Einfach loslegen – Aquaponik ein Projekt mit grossem Potenzial


 
«Learning by doing» lautet das Motto von Elisabeth Tobler bei der Entwicklung der Aquaponik-Anlage am Oberstufenzentrum Buechenwald in Gossau. Mit viel Engagement werden in diesem über einen Wasserkreislauf verbundenen System zugleich Fische gehalten und verschiedene Gemüse angebaut. Die Schüler/-innen machen aktiv mit und erfahren erst noch, was Systemdenken bedeutet.

Den Ausschlag zum Bau einer Aquaponik Anlage gab ein Loch in der Klassenkasse, das es zu stopfen galt. Der Verkaufserlös für Fische und Gemüse wäre da ein willkommener Zustupf, dachte die initiative Lehrerin und stürzte sich zusammen mit ihren Lehrerkolleginnen und -kollegen Peter Rutishauser, Roman Cajochen und Daniela Bühler und deren Schüler/-innen ins Abenteuer. Gleichzeitig realisierte sie, dass die Anlage auch ein ausgezeichnetes Beispiel zum Üben von Systemdenken, einer wichtigen BNE-Kompetenz, ist. «Die Schüler/-innen sollen die verschiedenen Elemente eines Systems benennen und systemische Zusammenhänge in der Natur erkennen können», nennt die Lehrerin wichtige Zielsetzung für den Unterricht und ergänzt: «zudem übernehmen sie Verantwortung und entwickeln einen persönlichen Bezug zu den Fischen und Pflanzen und zum Wasserkreislauf, welcher beide verbindet.»

Bis ein solches System gut funktioniert, brauche es  verschiedene Entwicklungsschritte und genügend Stehvermögen, weiss die Lehrerin zu berichten. Eine erste Pilotanlage wurde von den Schüler/-innen entworfen und mit selber zusammengesuchten Materialien im Innenbereich des Schulhauses realisiert. Bald zeigte sich, dass die Beleuchtung für die Pflanzen nicht ausreichend war. Im folgenden Jahr wurde die Anlage wesentlich vergrössert und unter freien Himmel verlegt. Der Sellerie wuchs wie verrückt, hingegen schien  das Fischwachstum durch die tieferen Wassertemperatur begrenzt zu sein. Ausserdem setzten die Schnecken dem Gemüse und der Regen der elektrischen Installation zu. Die dritte Anlage ist nun in einem Plastik-Gewächshaus gleichzeitig vor beidem geschützt. Wie immer haben die Schüler/-innen kräftig mitgebaut und übernehmen beim Betrieb wichtige Aufgaben: In Kleingruppen aufgeteilt sind sie verantwortlich für das tägliche Messen der Wassertemperatur und -qualität und beteiligen sich aktiv an den nötigen Reflexionsprozessen zur Optimierung der Anlage. Verschiedentlich haben sie die Anlage bereits interessierten Gruppen präsentiert.

Diese Aktivitäten finden in der Regel im Unterricht statt, darauf legt Elisabeth Tobler grossen Wert, sonst hätten ihre Schüler/-innen ein Motivationsproblem. «Sie lernen dabei aber mindestens soviel, wie im regulären Unterricht», ist die Lehrerin überzeugt. «Ebenfalls wichtig, für ein solches Unternehmen, ist die Unterstützung durch die Schulleitung und das Kollegium sowie deren Information». Ein solches Projekt fordert viel, bringt aber auch einiges: «durch die mediale Wirkung erfahren die Schüler/-innen mit Stolz, was ihr Tun bewirkt. Die vielen Rückmeldungen geben ein super Gefühl und der Gewinn des gut dotierten WWF-Wettbewerbs ist das Tüpfchen auf dem i», meint Tobler zum Schluss. Womit auch das Loch in der Klassenkasse gestopft sein dürfte.

 

 

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