Biodiversität und Klimawandel auf dem Bauernhof erforschen

Treffpunkt Speisewagen im Zug von Basel nach Bern. Eric Wyss ist Geschäftsführer von GLOBE Schweiz und Leiter des Projekts LERNfeld. Während der Fahrt vermittelt er einen spannenden Eindruck zum Projekt und dessen Hintergründe. Für Kaffee und Gipfeli bleibt nur wenig Zeit.

Bis eine Schulklasse auf dem Bauernhof mit der Forschungsarbeit beginnt, ist bereits viel Arbeit geleistet. GLOBE Schweiz hat den passenden Hof in maximal 30 Minuten ÖV- oder Fahrrad-Distanz zum Schulhaus gefunden, die Bauernfamilie auf ihre Rolle als Gastgeberin und Dialogpartnerin vorbereitet und eine der 15-30 jährlich speziell für die Begleitung der Schulklasse ausgebildeten jungen Hochschulforschenden zugeteilt. Die Lehrperson hat die Klasse im Unterricht auf das Thema eingestimmt und in Absprache mit der Bauernfamilie und der/dem Hochschulforschenden den Hofbesuch organisiert. „Für ihre Aufwendungen werden die Bauern aus Drittmitteln entschädigt und die Jungforschenden erhalten einen Kreditpunkt“, erläutert Eric Wyss, welcher während 20 Jahren beim Forschungsinstitut für biologischen Landbau gearbeitet hat, und ergänzt: „Das Projekt ist breit abgestützt. Zu unseren Partnerorganisationen gehören die ETH, die PH FHNW, das Forum Biodiversität und das FiBL. Nur dank dieses Engagements ist das Angebot möglich und für die Schulklasse kostenlos.“

Auf dem Hof leitet der/die Hochschulforschende die Schüler/-innen bei der Forschungsarbeit an, während die Lehrperson die Rolle der Moderation übernimmt: Sie koordiniert die Arbeiten und leitet die Besprechungen der Ergebnisse, an welcher auch der Bauer/die Bäuerin teilnimmt. Nach dem Hofbesuch werten die Schüler/-innen die Ergebnisse im Unterricht aus, bereiten sie auf und präsentieren sie anlässlich der Schlussbesprechung, welche nach Möglichkeit wiederum auf dem Hof stattfindet. „Dieser Dialog ist absolut zentral und neben den aktuellen Forschungsthemen einer der Besonderheiten des Projekts“, betont Eric Wyss: „Da kommen auch Sachen zum Vorschein, die über das Projekt hinausgehen: Zum Beispiel, dass viele der Schüler/-innen überhaupt zum ersten Mal auf einem Bauernhof sind.“ Bei der Schlussbesprechung schliesst sich der Forschungskreislauf und offen gebliebene Fragen können Anlass zu weiteren Forschungsprojekten geben.

Kurz vor Bern ist vieles Gesagt und Eric Wyss beantwortet die Frage nach den geförderten Kompetenzen mit einer langen Liste. Neben methodischen und fachlichen Kompetenzen, trägt die Arbeit in Gruppen, die Besprechungen und die Interaktion mit zwei Berufsgruppen zur persönlichen Entwicklung und zu sozialen Kompetenzen bei. „Selbstverständlich kommen in den Gesprächen mit den Bauern auch wirtschaftliche und gesundheitliche Aspekte zur Sprache, welche mit der Förderung der Biodiversität und dem damit einhergehenden Verzicht auf Pestizide verbunden sind“, meint Eric Wyss mit Blick auf BNE pünktlich zur Einfahrt in den Bahnhof Bern.
 

 
LERNfeld

… ist ein Schulprojekt von GLOBE Schweiz zur Erforschung der Themen Biodiversität und Klimawandel im Zusammenhang mit der Landwirtschaft (Forschungsthemen im Detail vgl. Webseite). Die Untersuchungen laufen grösstenteils auf Bauernbetrieben in der Nähe der Schule. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren und analysieren ihre Resultate mit der Bäuerin, dem Bauern und mit jungen Hochschulforschenden. Die Resultate können auf einer Datenbank eingegeben und auf Karten visualisiert werden (ArcGIS online). Geeignet für Zyklus 2b (5.–6. Klasse), Zyklus 3 (7.–9. Klasse) und Sek II.

Link : www.globe-swiss.ch/de/Zyklus1/Angebote/Landwirtschaft

      
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