Von einer Kultur zur anderen tanzen

Ein kultureller Austausch der besonderen Art erlebten die Schülerinnen des Theresianums Ingenbohl in Brunnen. Der Film «Life in progress» und deren Protagonisten Venter und Murder brachten Schülerinnen des Mädchengymnasiums das Leben in einem Südafrikanischen Township näher. Das Treffen wurde von der Geschichtslehrerin Jeannette Bär mit Unterstützung von education21 arrangiert.

Ein Projekttag in Brunnen: Die Gymnasiastinnen kehren vom Kinobesuch in Altdorf zurück. Im Film «Life in progress» haben sie den Werdegang der Protagonisten Murder und Venter kennen gelernt. Beide sind in einem südafrikanischen Township aufgewachsen. Tanz spielt in deren Leben eine wichtige Rolle. Er hilft ihnen, mit den oft schwierigen und prekären Lebensumständen zurechtzukommen. Vorgängig haben die Gymnasiastinnen das Thema Apartheid im Geschichtsunterricht behandelt.

Mit dem Gang ins Kino ist es allerdings nicht getan. Denn Murder und Venter sind heute nicht nur auf der Leinwand, sondern ganz persönlich in Brunnen präsent. «Mit diesen konkreten Erfahrungen von konkreten Menschen aus einer ganz anderen Welt» möchte Regisseurin Irene Loebell den «stereotypen Bildern von Armut in Afrika» etwas entgegen setzen. Nun sitzen die Beiden den rund 80 Gymnasiastinnen gegenüber. Mit auf dem Podium ist Irene Loebell. Das Gespräch - auf Englisch geführt - wird eineinhalb Stunden dauern. Die Schülerinnen stellen ihre Fragen und hören während der ganzen Dauer interessiert und konzentriert zu.

Den Protagonisten merkt man an, dass sie mit dieser Gesprächssituation von den bisherigen Workshops her gut vertraut sind. Regelmässig lockern sie mit schweizerdeutschen Redewendungen die Stimmung charmant auf. Zunächst werden Fragen zum Thema Tanz gestellt. Danach geht es um Religion und Politik. Nicht immer sind sich die drei auf dem Podium einig. Wie zum Beispiel bei der Frage nach der Ursache von Aids.

Nach der intellektuellen Arbeit am Morgen fordert der Nachmittag zum Tanz auf. Murder und Venter sind nicht nur hervorragende Tänzer, sondern auch gute Komiker. Didaktisch geschickt begeistern sie mit ihren schnellen, präzisen und mitunter komischen Bewegungen die Schülerinnen in der Turnhalle. Mühelos überträgt sich mit dem Pantsula-Tanz ein Stück Lebensgefühl aus dem Township nach Brunnen.Nach dem Anlass beschreibt Laura ihre Empfindungen wie folgt: «Dass die Tänzer so offen waren und uns ihre Kultur super vermittelt haben, gefiel mit sehr.» Auch Jeannette Bär ist sehr zufrieden: «Mit diesem Thementag ist der Perspektivenwechsel gelungen.»

 

 

      
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