Beim Radioprojekt Kultur und Sprache lernen

 

Am Zentrum Bäregg lernen unbegleitete, minderjährige Asylbewerbende (UMA) das Leben in einer für sie neuen und fremden Umgebung kennen und meistern. Dabei kommen auch unkonventionelle Methoden wie ein Radioprojekt zum Einsatz, das von éducation21 unterstützt wurde. Dies erklärt uns Roger Humbel im Videointerview. Er ist am Zentrum für die Bildung der Jugendlichen verantwortlich.

Das Zentrum Bäregg war ursprünglich ein Schulheim in Bärau bei Langnau. Heute hat das Zentrum einen Leistungsauftrag des Kantons Bern und betreut unbegleitete, minderjährige Asylbewerbende (UMA) verteilt auf sieben Zentren im ganzen Kanton Bern. Zurzeit sind dies rund 500 Jugendliche. Die 7 bis 14-jährigen wohnen bei Pflegefamilien und die 14 bis 18-jährigen in den Zentren selbst.

Eine wichtige Aufgabe am Zentrum ist die Bildung der Jugendlichen. Zunächst lernen sie die deutsche Sprache und verschiedene Alltagskompetenzen kennen. Ziel ist es, den Weg in den Beruf möglichst gut zu finden. Für die beteiligten Lehrpersonen bedeutet dies eine anspruchsvolle Arbeit, denn die Jugendlichen verfügen über sehr unterschiedliche Bildungsniveaus und sind mit offenen Unterrichtsformen nur wenig vertraut.

Im Unterricht gelangen auch innovative Methoden zum Einsatz. Dazu gehört das Radioprojekt in Zusammenarbeit mit Radio Chico. Angefangen hat es in einer Projektwoche, an welcher 30 Jugendliche beteiligt waren. Aus dieser grossen Gruppe bildete sich eine kleinere, die seither regelmässig Radiosendungen gestaltet und moderiert.

Neben der praktischen Anwendung der Sprache erwerben die Jugendlichen weitere wichtige Kompetenzen: Dazu gehören Handlungsspielräume nutzen und Verantwortung übernehmen. Eine Schülerin fand zum Beispiel über eine selber durchgeführte Reportage samt Interview mit dem Trainer nicht nur den Inhalt für eine Radiosendung, sondern gleich noch ihren Fussballverein.

Gerne würde Roger Humbel künftig eine aus UMA und Schweizer Kindern bestehende Redaktionsgruppe am Werk sehen. „Das Interesse von Schulen mit UMA in Kontakt zu treten ist riesig. Daraus resultieren meistens einzelne Projekttage, die allerdings nicht sehr nachhaltig wirken. Ein gemeinsames Radioprojekt könnte hier einiges leisten, denn echte Begegnungen brauchen mehr Zeit“, meint er.

 

 Video

Zusatzinformation

ventuno 2/2016

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Kontakt

Christoph Frommherz
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