In der Textilfachschule wird Nachhaltigkeit gelernt

An der Schweizerischen Textilfachschule STF setzten sich  die Lernenden über längere Zeit mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen ihrer Branche auseinander. Dabei entstanden wertvolle Ideen für Schule und Lehrbetrieb. Die Arbeiten fanden im Rahmen des Programms Berufsbildung für Nachhaltige Entwicklung statt, das vom Schweizer Textilverband (Swiss Textiles) mitgetragen wird.  

Im vergangenen Herbst haben sich die Lernenden mit dem Thema zum ersten Mal vertieft befasst. Anlässlich eines Workshops, welcher von Martina Wyrsch und Martin Räber, beide Eartheffect, moderiert wurde,  setzten sie sich in einem Quiz mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen einer Nachhaltigen Entwicklung auseinander und lernten die Lebenszyklusanalyse bei Textilien kennen. Davon inspiriert, reflektierten sie in Gruppenarbeiten ihr eigenes Lern- und Arbeitsumfeld und entwickelten in Teams Nachhaltigkeitsideen für Schule und Lehrbetrieb.

Spannende Präsentationen
In ihren Präsentationen berichten die Lernenden über viele interessante Aspekte vom Lebenszyklus bei Textilien, vom hohen Wasser- und Energieverbrauch und dem damit verbundenen CO2-Ausstoss. Erwähnt werden auch die langen Arbeitszeiten und der geringe Verdienst von Bauern und Arbeiterinnen. «Viel zu viele billige Kleider werden produziert, verkauft und nach kurzer Tragzeit entsorgt. <Fastfashion> nennt man das in der Fachsprache», meint Ibadete und belegt  dies mit Zahlen: Rund 6 kg Kleider landen pro Schweizer/-in und Jahr in der Altkleidersammlung. Vieles landet im Abfall. Patrick, ein anderer Lernender sagt: «Die durchschnittliche Tragzeit eines Billig-T-Shirt dauert nicht länger als dasLeben einer Plastik-Tragtasche.» Dabei könnten aus alten Kleidern sehr gut neue hergestellt werden, wie die Gruppe am Beispiel des Labels «Schmidttakahashi» überzeugend darlegt.

Zufriedene Gesichter
Sabine Nicoli ist mit den Resultaten der Arbeiten sehr zufrieden und verweist im Gespräch darauf, dass die Endkunden je länger je mehr nach einer sauberen, sozial und ökonomisch nachvollziehbaren Wertschöpfungskette verlangen: «Auf diese Veränderungen muss nicht nur die Industrie reagieren auch die Schweizerische Textilfachschule STF nimmt sie wahr.» In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule SUPSI und Swiss Textiles lanciert die STF ab September 2017 ein CAS «Sustainability Management in Textiles».

Michael Berger von Swiss Textiles ist ebenfalls beeindruckt und bestätigt das Engagement seines Verbandes: «Wir möchten die Erfahrungen aus dem Programm nutzen, die Thematik in der Grundbildung weiterverfolgen und auch weiterhin Schwerpunkte in der betrieblichen Ausbildung setzen“. Dass es dem Verband ernst ist, zeigt auch die kürzlich von Swiss Textiles herausgegebene Broschüre «Nachhaltigkeit – Wie die Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie die globale Herausforderung meistert».

 

 

      
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