Selina Schädler, Primarschule Schüpfheim

Persönlich möchte ich die BNE-Sichtweise regelmässig im Unterricht integrieren. Vom Lehrplan Vorgegebenes kann damit gut eingelöst werden

Selina Schädler, Primarschule Schüpfheim

Selina Schädler entwickelte im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der PH St. Gallen ein BNE-Projekt, das sie anschliessend mit ihrer 5. Primarklasse in Schüpfheim umsetzen konnte. Die Schüler/-innen  befassten sich während 5 Wochen intensiv mit Materialien, die zu ihrem Arbeitsplatz üblicherweise gehörten, mit deren Ursprungsmaterialien, Produktion, und Entsorgung. Diese Art der Arbeit gefiel nicht nur ihnen sehr, sondern auch der Schulleitung.

Selina Schädler, wie kamen Sie auf das Thema Ihres BNE-Projekts?
Das gewählte  Thema ergab sich wie von selbst: Es sollte etwas neues sein, viel für BNE hergeben und nahe bei den Kindern sein; eben: «Mein Arbeitsplatz.» Umgesetzt habe ich das an der PH entwickelte Konzept mit wenigen Modifikationen in meinem ersten Jahr als Primarlehrerin in einer 5. Klasse.

Wie haben Sie die Projektidee ihrer Klasse präsentiert? Auf welche Reaktionen stiessen Sie?
Ich machte zunächst das Thema mit der Website schmackhaft, die dabei zur Dokumentation entstehen sollte. Die Kinder zeigten sich von Beginn an sehr offen.  Den Eltern erläuterte ich die Unterschiede zwischen Projektarbeit und normalem Unterricht in einem Brief. Das Kollegium informierte ich ebenfalls und konnte bei der Schulleitung grosses Interesse und Wertschätzung bezüglich Projektarbeit feststellen. Zugute kam mir dabei, dass ich vieles, was ohnehin vom Lehrplan vorgegeben war, mit dem BNE-Projekt einlösen konnte.

Welche Aktivitäten, Ereignisse würden sie besonders hervorheben?
Bei unserer «Bleistiftkonferenz», einem Rollenspiel, diskutierten die Schüler/-innen in ihrer Rolle als  Bleistiftproduzenten, Konsumierende oder als  Vertreter/-innen der Natur intensiv miteinander. Am Schluss fragten sich die Debattierenden: «Wie wäre es, wenn die Konsumenten öfters Minenbleistifte verwenden würden?» Dass es ihnen dabei ernst war, stellten zwei Schüler gleich unter Beweis, tüftelten an dieser Idee weiter und entwickelten den ersten Prototypen eines Minenbleistiftes aus Holz. Auch die Aussage einer Schülerin war für mich sehr interessant: «He, dieser Fleece-Pulli war vielleicht einmal eine Pet-Flasche.»

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Projekt insgesamt gemacht? Werden Sie wieder ein BNE-Projekt machen?
Für mich war es insgesamt eine sehr befriedigende Erfahrung. Das Thema war sehr lebensnah. Es war spannend zu sehen, was machbar ist und was noch verbessert werden kann, zu sehen, dass diese Art des Unterrichts die Schüler/-innen interessiert. In der Zwischenzeit konnten wir bereits im Rahmen des Abfallunterrichts am Projekt anknüpfen und das Wissen vertiefen. Persönlich möchte ich die BNE-Sichtweise regelmässig im Unterricht auch unabhängig von Projekten integrieren.

Kontakt

Christoph Frommherz
Kommunikation
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