BNE in der Berufsbildung

Praxisprojekt in der deutschen Schweiz

Praxisprojekt GIBZ « Nachhaltige Entwicklung in der beruflichen Grundbildung konkret »

Das Gewerblich-industrielle Bildungszentrum Zug GIBZ startete im Schuljahr 2015/16 das Pilotprojekt «Bildung Nachhaltige Entwicklung (BNE)». Es beinhaltet die Vermittlung von nachhaltigem Denken und Handeln durch Bildung. Das Projekt basiert auf der Cleantech-Strategie des Bundes. Vorallem in zukunftsorientierten Berufen sind Kompetenzen im Bereich Cleantech gefragt, um das Innovationspotenzial und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft zu gewährleisten.
Vor dem Hintergrund des Masterplanes Cleantech konkretisierte das Pilotprojekt berufliches Handeln für eine Nachhaltige Entwicklung in den beiden Grundbildungen Elektroniker/in EFZ und Zeichner/in EFZ Fachrichtung Architektur.

Im Rahmen des Projektes von éducation21 zu BNE in der Berufsbildung erhielt die Schule Unterstützung von éducation21 und dem Institut für Wissen, Rohstoffe und Energie Zug, WERZ.

Die Projektziele wurden in folgenden drei Bereichen umgesetzt:

1. durch die Integration und Vermittlung von relevanten Themen aus dem Bildungsplan,

2. durch die Umsetzung von Projektarbeiten, bei denen die Lernenden anhand der erworbenen Kenntnisse ihr berufliches Umfeld reflektieren und Optimierungspotenziale erkennen,

3. durch den Aufbau eines Lernparcours Nachhaltigkeit in den Gebäuden des GIBZ, der die im Unterricht behandelten Themen anhand von konkreten Installationen und Lernexponaten veranschaulicht.

Resultate

Nachhaltiger beruflicher Unterricht konkret

  • Elektroniker/in EFZ: Die Lernenden entwickeln ein Recyclingkonzept für Höhenmessgeräte, optimieren den Eigenstromverbrauch der Geräte, beurteilen kritisch den Einsatzes von Batterien und Akkus und Prüfen Alternativen dazu. Daraus wurde der Prototyp einer "grünen" Batterie entwickelt und abschliessend ein eigenes Energielabel entworfen.  > Link 
  • Zeichner/in EFZ: Die Lernenden setzen sich mit dem ersten energieautarken Mehrfamilienhaus Schweiz in Bru¨tten ZH auseinander. Sie vertieften dabei den Begriff Nachhaltigkeit im Bauwesen. Sie lernten die wichtigsten Labels und Tools und den Umgang damit kennen, mit dem Ziel, sie als Expertinnen und Experten bei anderen Berufslernenden und in Betrieben einsetzen zu können. 
  • Leitfaden zur Umsetzung von Nachhaltigkeits- und Cleantech-Projektarbeiten: Dieser richtet sich an Lehrpersonen, welche eine Projektarbeit konzipieren und umsetzen möchten.

Weiterentwicklung des Projekts

Nachhaltigkeits-Lernparcours: Aus dem Pilotprojekt bei den Zeichnern EFZ und Elektornikern EFZ entsteht schrittweise ab dem Schuljahr 2016/17 in den öffentlichen Räumlichkeiten des GIBZ ein Nachhaltigkeits-Parcours, der die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt für die übrigen Lernenden und Lehrpersonen sowie externe Interessierte publikumsgerecht aufnimmt und vermittelt. Der Lernparcours wird in die bauliche Umgebung und den organisatorischen Rahmen des GIBZ eingebunden. Die darin präsentierten Exponate sollen für den Unterricht relevant und verwertbar sein und eine interaktive Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit ermöglichen.
Somit ergänzt er den klassischen, gesetzlich definierten theoretischen und praktischen Unterricht auf ideale Art und Weise. Das GIBZ verbindet mit der Realisation dieses Parcours auch einen Auftrag zur Information der Bevölkerung in- und ausserhalb des Kantons.

In der zweiten Projektphase entwickeln Konstrukteure in der Grundbildung eine Windturbine und einen Biogasgenerator.

Projekttitel Nachhaltige Entwicklung in der beruflichen Bildung konkret.
  
Trägerschaft Gewerblich-industrielles Bildungszentrum Zug (gibz).
 
Zielgruppen Lehrpersonen am gibz (Fach- und Allgemeinbildender Unterricht), Hausdienst, Lernende der Berufe Elektroniker/in EFZ und Zeichner/in EFZ Fachrichtung Architektur.
Lernende des Berufs  Konstrukteure in der Grundbildung.
 
Projektziele

Vor dem Hintergrund der definierten Lernziele in den Bildungsverordnungen und Bildungsplänen werden konkrete Massnahmen für den Unterricht zu Cleantech abgeleitet: Ist-Situation in ihrem Berufsfeld, Messbarkeitsfragen, ökologische Auswirkungen / Nachhaltigkeit, soziale Auswirkungen / Nachhaltigkeit, Umsetzbarkeit, technische Mittel, Risikoanalyse.

Projektdauer

1. Phase: 15. September 2015 bis 30. September 2016.
2. Phase: September 2016 bis September 2017. 

Wirkung
  • Die Praxisprojekte zeigen , wie sich ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in die berufliche Grundausbildung integrieren lassen.
  • Die differenzierte Auseinandersetzung mit den Themen der Nachhaltigkeit macht die jungen Berufsleute zu Botschafterinnen und Botschaftern in Sachen Nachhaltigkeit. Sie werden ihre Erfahrungen und Erkenntnisse nicht nur persönlich im Alltag und im Berufsleben anwenden, sondern auch andere Berufsgruppen und ihre Betriebe dafür sensibilisieren können.
  • Die Ergebnisse aus der 1. Phase zeigen deutlich, dass sich das Thema Nachhaltigkeit gut in die Berufsausbildung integrieren lässt.
Ausblick

Nachhaltigkeits-Lernparcours.
Leitfaden zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsprojektarbeiten als Booklet.

Kontakt Frau Regula Holliger, Qualitätsmanagement gibz, regula.holliger@zg.ch
 
Internetplattform   
http://cleantech.gibz.ch/m
 

Kontakt

Susanna Mühlethaler
tel +41 31 321 00 47
email