BNE-Verständnis von éducation21

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) macht Lernen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung möglich und ist darauf ausgerichtet, Kompetenzen zu erwerben, die für eine Beteiligung an einer ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltigen Entwicklung nötig sind.

Die Ausführungen folgen den didaktischen Strukturelementen einer BNE, die in der Umsetzung dieses Bildungsanliegens berücksichtigt werden sollten:

Bildungsziele und Kompetenzprofil

Wichtigstes Ziel von BNE ist, die Lernenden zu befähigen, sich aktiv und selbstbestimmt an der Gestaltung von Gegenwart und Zukunft zu beteiligen. BNE unterstützt den Aufbau von personalen, fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen, die es den Lernenden erlauben, den eigenen Platz in der Welt wahrzunehmen und sich kritisch und kreativ mit einer komplexen, globalisierten Welt mit unterschiedlichen Wertvorstellungen, dynamischen Entwicklungen, Widersprüchen und Ungewissheiten auseinanderzusetzen. Dabei geht es einerseits um die Verwirklichung der eigenen Persönlichkeit, andererseits um die Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft und für die Umwelt.

Schüler/-innen bauen interdisziplinäres Wissen über die aktuellen globalen Herausforderungen auf und erhalten das Rüstzeug, individuelle und kollektive Handlungsspielräume zu erkennen, wünschenswerte Entwicklungen für die Zukunft zu entwerfen und Problemstellungen zu bearbeiten. Indem sie sich aktiv und konstruktiv in gesellschaftliche Aushandlungs- und Gestaltungsprozesse einbringen, erfahren sie, dass sie gemeinsam mit anderen eine zukunftsfähige Entwicklung mitgestalten können.

Lernprozesse und Prinzipien

Die Schule als Lern-, Lebens- und Arbeitsort ermöglicht den Beteiligten, nachhaltige Entwicklung konkret zu erfahren und mitzugestalten. Um solche Erfahrungen zu ermöglichen, ist eine ganzheitliche Herangehensweise nötig. BNE stösst einerseits Lernprozesse auf der Wissens-, Gefühls- und Handlungsebene an. Andererseits regt BNE zum Nachdenken über das Lernen an.

Für eine Orientierung von Schule und Unterricht an BNE empfiehlt sich, mit spezifischen Handlungsprinzipien zu arbeiten:

  • Vernetztes Denken fördern und Perspektiven wechseln,
  • die Komplexität eines Problems angemessen berücksichtigen,
  • an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler anknüpfen,
  • längere Zeiträume im Auge behalten und die Zukunft mitbedenken,
  • Wertvorstellungen, Denkweisen und Inhalte mit Blick auf Gesundheit, Umwelt, Gesellschaft, globale Auswirkungen, Wirtschaft und Politik reflektieren und
  • Partizipation ermöglichen.

Inhalte und Fragestellungen

BNE ist kein neues Fach, sondern knüpft an viele aktuelle Themen an, die in der Schule etabliert und im Lehrplan verankert sind. BNE basiert auf einem gesamtheitlichen, systemischen Verständnis der Welt und thematisiert Zusammenhänge, wechselseitige Abhängigkeiten, aber auch Grenzen im Spannungsfeld von Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Individuum. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich unter Einbezug globaler/lokaler und zeitlicher Entwicklungen mit Lebensstilen auseinander und damit mit überfachlichen Themen wie beispielsweise Ernährung, Mobilität und ressourcenschonende Technik oder Konsum. BNE beinhaltet und lanciert neue Inhalte und Fragestellungen und bezieht zur Zielerreichung weitere überfachliche Bildungsanliegen mit ein wie zum Beispiel Globales Lernen, Umweltbildung, ökonomische Bildung, Politische Bildung (inkl. Menschenrechtsbildung) und Gesundheitsförderung. Durch Orientierung an einem breiten BNE-Verständnis können diese und weitere überfachliche Bildungsanliegen zum Nutzen der Schule eine gemeinsame Stärkung finden.