Gemeinsam Wirkung entfalten: BNE im Kanton Schwyz
24.08.2026
Der kantonale Bildungstag in Schwyz zeigte, wie vielfältig Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Unterricht und Schule umgesetzt werden kann. Und wie der Kanton, Bildungsinstitutionen, éducation21 und regionale Akteure ihre Kompetenzen bündeln und voneinander profitieren können.
Unterrichtsplanung, Kinderrechte, Filme, rassismuskritische Schulkultur oder Schulentwicklung: Am 10. Juni 2026 begegneten die Schwyzer Lehrpersonen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. An 15 Standorten fanden zahlreiche Workshops statt. Sie vermittelten fachliches Wissen und boten konkrete Ideen und Werkzeuge für Unterricht und Schulentwicklung.
BNE für alle Lehrpersonen relevant
«Der Bildungstag ist mehr als eine punktuelle Weiterbildung», sagt Stefanie Schinnerer, Fachperson für Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Gesundheitsförderung und Prävention beim Amt für Volksschulen und Sport des Kantons Schwyz. Er bildete den Abschluss eines längerfristigen Entwicklungsprozesses, der seit dem Frühjahr 2025 verschiedene Funktionsstufen der Volksschule einbezogen hatte. Dass BNE als Schwerpunktthema gewählt wurde, lag nahe. Sie ist im Lehrplan 21 verankert, gesellschaftlich hochaktuell und für alle Lehrpersonen relevant – unabhängig davon, welche Stufe oder welche Fächer sie unterrichten. Ziel des Bildungstags war es deshalb, neue Perspektiven zu eröffnen, bestehende Sichtweisen gemeinsam weiterzudenken und den Transfer zwischen Theorie und Praxis zu fördern.
éducation21 mit acht Workshops beteiligt
éducation21 beteiligte sich mit acht Workshops, unter anderem zur BNE-Unterrichtsplanung, Kinderrechten und Partizipation, rassismuskritischer Schulkultur und Schulentwicklung allgemein sowie dem Einsatz von Filmen. Ziel war es, Zugänge zu BNE aufzuzeigen, die sich direkt mit bestehenden Unterrichtsthemen und Entwicklungsprozessen an Schulen verbinden lassen. Neben ausserschulischen Akteuren und verschiedenen Amts- und Bezirksdepartementen wirkten auch zahlreiche regionale Unternehmen mit. Dadurch entstanden direkte Kontakte zwischen Schulen, Verwaltung, Wirtschaft und den Partnerorganisationen wie éducation21. Für Schinnerer zeigt dies: «Das Thema ist für alle relevant.»
Vernetztes Denken über Fachbereiche, Schulstufen und über die Schule hinaus
Für den Kanton Schwyz ist BNE Teil eines umfassenden Bildungsverständnisses im Sinne der kantonalen Bildungsstrategie 2032. Sie versteht unter Bildung nicht nur das Vermitteln von Wissen, sondern ebenso Verantwortung, kritisches Denken und Resilienz zu fördern. «Bildung für Nachhaltige Entwicklung bedeutet, Zusammenhänge zu verstehen, Verantwortung zu übernehmen und Zukunft aktiv mitzugestalten», fasst Schinnerer zusammen. Damit reicht BNE weit über einzelne Projekte oder Themenwochen hinaus. Sie betrifft die grundlegende Frage, wie Unterricht und Schule junge Menschen auf eine zunehmend komplexe, digitale und widersprüchliche Welt vorbereiten. Dafür braucht es vernetztes Denken über Fachbereiche, Schulstufen und Schulhäuser hinweg. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern ausserhalb der Schule. Der Bildungstag machte sichtbar, wie unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven zusammengeführt werden können.
Erfolgreiche Zusammenarbeit weiterführen
Dazu gehört auch die Zusammenarbeit zwischen einem Kanton und éducation21 und wie sie konkret aussehen kann. Der Kanton hat seine Kenntnisse der regionalen Bildungslandschaft und der Bedürfnisse seiner Schulen eingebracht. éducation21 hat diese mit fachlicher Expertise, praxiserprobten Materialien und Erfahrungen auch aus anderen Kantonen bereichert. Diese Zusammenarbeit soll auch über den Bildungstag hinaus fortgeführt werden. Gewünscht sind insbesondere Angebote und Materialien, die auf die Bedürfnisse von Lehrpersonen und Schulleitungen abgestimmt sind und sich niederschwellig in Unterricht und Schulalltag integrieren lassen. «Eine gute Zusammenarbeit besteht bereits und soll erhalten werden», betont Schinnerer. Dazu gehören auch ein regelmässiger fachlicher Austausch und gemeinsame Impulse, um BNE langfristig in der schulischen Praxis zu verankern.
