éducation21, das neue Kompetenzzentrum für BNE

Medienkonferenz | Bern, Haus der Kantone, 5. Juni 2013

Bildung für Nachhaltige Entwicklung macht Schule

éducation21, das neue Kompetenzzentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) stellte sich heute der Öffentlichkeit vor: Im Auftrag von Kantonen, Bund und Zivilgesellschaft fördert und unterstützt éducation21 BNE im Schweizer Bildungssystem.

BNE bringt den Leitgedanken einer Nachhaltigen Entwicklung ins Schulsystem. éducation21 bündelt diese Aufgabe in der Schweiz und ist als Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für Lehrpersonen, Schulen, Pädagogische Hochschulen und andere Institutionen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung sowie die Bildungsbehörden aufgestellt. Für Bundesstellen, Organisationen der Zivilgesellschaft und weitere Initiativen im Bereich BNE dient éducation21 als Schnittstelle zum Bildungswesen.

Die Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), die Freiburger Staatsrätin Isabelle Chassot: "Diese Medienkonferenz markiert einen wichtigen Moment hinsichtlich einer optimierten Unterstützung der Schulen bei der Integration von BNE im Unterricht, indem nämlich neu ein nationales Kompetenz- und Dienstleistungszentrum ‚aus einer Hand‘ Unterrichtsangebote zur Verfügung stellt und die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen in diesem Bereich unterstützt."

Ausbau bisheriger und Entwicklung neuer Angebote

éducation21 entwickelt die Programme der Stiftung für Umweltbildung Schweiz (SUB) und Stiftung Bildung und Entwicklung (SBE) weiter, die bis Ende 2012 im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) beziehungsweise der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) gearbeitet haben. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die neue Stiftung mitgegründet und erschliesst damit seinen bisherigen Engagements im Bildungsbereich den Zugang zu BNE. Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt éducation21 im Rahmen einer Zustiftung. Vorgesehen ist die Erschliessung weiterer Bildungszugänge wie Politische Bildung (inkl. Menschenrechtslernen) und Bildung im Bereich nachhaltiges Wirtschaften sowie der Aufbau neuer Programme.

Martin Dahinden, Direktor der DEZA: "Die drei Bundesstellen leisten mit ihrer Unterstützung einen Beitrag zum Aufbau einer nachhaltigen und solidarischen Zukunft. BNE bereitet Kinder und Jugendliche auf die Bewältigung künftiger Herausforderungen vor, die sich unserem Planeten auf sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Ebene stellen werden. Wir erwarten von éducation21 qualitativ hochstehende Leistungen für Schulen und Lehrpersonen."

BNE wird als fächerübergreifendes Anliegen an das Schweizer Bildungssystems verstanden. Die Integration findet schrittweise statt: Der Plan d’étude romand (PER) sieht BNE bereits vor, und auch im Deutschschweizer Lehrplan 21 und im Tessiner Lehrplan für die Volksschule soll BNE integriert werden.

Stiftungsratspräsidentin Elisabeth Baume-Schneider, Bildungsministerin des Kantons Jura: "Aktuelle Themen wie Klimawandel, kriegerische Konflikte, Ernährungssicherheit, Ressourcenknappheit oder Umweltverschmutzung bewegen die Menschen, die Schülerinnen und Schüler, die Schule. Selbstverständlich werden sie heute schon von kompetenten Lehrpersonen in den Unterricht eingebunden. Mit éducation21 haben Zivilgesellschaft, Bund und Kantone eine permanente Unterstützungsstruktur für die Schulpraxis, die pädagogische Qualitätsentwicklung sowie die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen geschaffen."

Ein Dienstleistungszentrum für Schule und Unterricht

Mit Standorten in Bern, Lausanne, Lugano und Zürich ist die Stiftung éducation21 in allen Sprachregionenpräsent. Unter der Leitung von Direktor Jürg Schertenleib arbeiten die rund 40 Mitarbeitenden auf allen Ebenen des Bildungssystems. Produktion, Prüfung und Vertrieb von Lernmedien, Finanzhilfen für Schul- und Klassenprojekte, Beiträge an die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen, Beratung, ein Web-Portal sowie eine Praxis-Zeitschrift sind einige der Dienstleistungen, die éducation21 schon jetzt erbringt.

Jürg Schertenleib, Direktor éducation21: "éducation21 versteht sich auch als Plattform für die Angebote von BNE-Akteuren und setzt auf Zusammenarbeit, Koordination und Vernetzung. Damit wird BNE in der Schweiz über das Ende der UN-Dekade 2014 hinaus gefördert und unterstützt. Zusätzlich zur obligatorischen Schule soll auch die Stufe Sek II von Unterstützung profitieren. Zum Abschluss der Dekade wird éducation21 im Herbst 2014 eine grosse Fachkonferenz organisieren."

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Bildung für Nachhaltige Entwicklung

  • 1987: Der Brundlandt-Bericht «Our Common Future» formuliert den Leitsatz für Nachhaltige Entwicklung: «EineEntwicklung ist nachhaltig, welche weltweit die Bedürfnisse der heutigen Generation zu decken vermag, ohne für künftige Generationen die Möglichkeiten zu schmälern, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken.»
  • Mit dem Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro wurde Nachhaltigkeit bzw. nachhaltige Entwicklung als normatives, internationales Leitprinzip der Staatengemeinschaft in der Agenda 21 verankert.
  • Das Prinzip der Nachhaltigen Entwicklung ist seit 1999 als Handlungsrahmen für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft in der Bundesverfassung verankert (Art. 2 Abs. 2 BV, Art. 73 BV). Es findet sich auch in zahlreichen Kantonsverfassungen.
  • Am 20. Dezember 2002 haben die Vereinten Nationen für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung ausgerufen und die UNESCO mit der Federführung beauftragt.
  • Mit dem Massnahmenplan 2007 – 2014 haben die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und sieben Bundesstellen der Schweizerischen Konferenz für BNE (SKBNE) den Grundstein zur konkreten Gestaltung von BNE auf allen Ebenen des Schweizerischen Bildungssystems gelegt. Dieser will auf nationaler Ebene mit vier Massnahmen und entsprechenden Projekten zur Unterstützung der Integration von BNE in das Bildungssystem beitragen: BNE soll in die Lehrpläne, in die Lehrerinnen- und Lehrerbildung und in die Qualitätsentwicklung von Schulen integriert werden. Massnahme 4 betrifft die laufenden Gesetzgebungsgeschäfte des Bundes und die internationalen Beziehungen.

Nachhaltige Entwicklung wird von der internationalen Staatengemeinschaft als gesellschaftlicher Gestaltungsprozess verstanden. Er soll die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichern, ohne künftigen Generationen die Möglichkeiten zur Gestaltung ihrer Zukunft zu nehmen. Ziel ist Gerechtigkeit zwischen Generationen, Nationen und Kulturen. Diese Entwicklung braucht Bildung. Es geht darum, sich Wissen und Werte anzueignen und Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine lebenswerte Zukunft und eine positive gesellschaftliche Veränderung nötig sind.
Das Ziel ist ein Kompetenzerwerb, um für die Herausforderungen der Zukunft fit zu sein. Typische Kompetenzen sind vorausschauendes Denken und Handeln, Partizipation und Umgang mit Zielkonflikten.

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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Ueli Anken, Leiter Kommunikation T 031 321 00 18 ueli.anken@education21.ch