Den BNE-Garten weiter pflegen

Editorial von Klára Sokol, Direktorin éducation21 bis 31. 1. 2026
Steckt man mittendrin, sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Blickt man jedoch in einem ruhigen Moment zurück, zeigt sich: Es hat sich viel bewegt in der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)!
BNE ist heute mitten im pädagogischen Tun angekommen. Immer mehr Lehrpersonen, Schulleiterinnen und Bildungspolitiker setzen sich dafür ein, dass BNE Schülerinnen und Schüler befähigt und darin stärkt, die Welt in ihrer Komplexität wahrzunehmen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.
«Acht Jahre lang war ich Direktorin der Stiftung éducation21.»
Trotz dieser erfreulichen Entwicklung steht fest: BNE umzusetzen, braucht Zeit, Vertrauen und die richtigen Materialien. Viele Schulen und Lehrpersonen stehen ob ihrer mannigfaltigen Aufgaben unter starkem Zeit- und Leistungsdruck. Da muss sich die Umsetzung von BNE wirksam und organisch einfügen. Das gelingt dann, wenn BNE an bestehende Inhalte und Aktivitäten anknüpft. Hilfreich sind passende Unterrichtsmaterialien, Kooperationen über Fächer hinaus, der Austausch unter Lehrpersonen. Also genau das, was éducation21 seit der Gründung 2012 erfolgreich tut: vom Lernmedienkatalog über das Schulnetz21 bis zur Weiterbildung und zu den Finanzhilfen für Schulprojekte. Und nicht vergessen werden darf die stete Kommunikation darüber, was BNE ist und was sie leisten kann.
Acht Jahre lang war ich Direktorin der Stiftung éducation21. Im Oktober 2025 wurde ich zur Generalsekretärin der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) gewählt. Die Umsetzung von BNE in Schule und Unterricht bleibt für mich auch in dieser Funktion wichtig und wird mich begleiten. Denn die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren gehören nicht nur zu den Gründungsmitgliedern von éducation21, sie stehen mit Überzeugung hinter BNE.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass BNE noch stärker als gemeinsamer Auftrag verstanden wird – über Stufen, Fächer und Zuständigkeiten hinweg. Meine Erfahrung zeigt, dass BNE dann Wirkung entfaltet, wenn gute Rahmenbedingungen, klare Bildungsziele und Praxisnähe zusammenkommen. So kann éducation21 sinnbildlich als lebendiger, gut gepflegter Garten weiter wachsen und gedeihen.
