Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) | Das Portal

Starke Netzwerke für mehr Gesundheitskompetenz

   
Im Klassenzimmer beim Vokabeln-Büffeln, im Starbucks mit der Freundin oder an einer Klimademonstration vor dem Bundeshaus: Bildung findet bei Kindern und Jugendlichen überall statt. Genauso vielfältig wie die Bildungsorte sind die involvierten Akteure. Bildungslandschaften verbinden diese Akteure. Dies verbessert die Bildungschancen – besonders in Hinsicht auf Gesundheitskompetenzen.

Sie sind fest verankert in der Schule und genauso häufig in der Freizeit anzutreffen. Sie sind mal deutlich älter und in vielen Fällen unter den Gleichaltrigen zu finden. Jene Bezugspersonen, die Kinder und Jugendliche auf ihrem individuellen Bildungsweg begleiten. Beispiele gibt es zu genüge: Familienangehörige, Professionelle der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Lehrerinnen und Lehrer, Mitglieder in Sportvereinen und natürlich die, gerade in der Lebensphase der Jugend, wichtige Peergruppe.

Aus der Sicht der Gesundheitsförderung und Prävention sind die in der Kindheit und Jugend erlangten Gesundheitskompetenzen massgebend für das eigene Verhalten im folgenden Lebensverlauf. Gemeint sind das Wissen und die Fähigkeiten, die eine gesunde Lebensführung überhaupt ermöglichen und fördern.

Nun darf man sich fragen: Von wem erlernen oder adaptieren Kinder und Jugendliche ihre Ernährungsweise? Wie und wo beginnt ein schädliches Konsumverhalten? Auf wen hören Jugendliche bei Fragen zu ihrer sexuellen Gesundheit?

Die Suche nach Antworten macht deutlich: Die Förderung von Gesundheitskompetenzen ist eine Aufgabe aller Bildungsakteure. Verknüpfen sie sich zu einem auf gegenseitiger Wertschätzung basierenden Netzwerk, ermöglicht dies eine umfassendere und chancengerechtere Bildung. Aus einzelnen, unabhängig operierenden Bildungsorten wird eine Bildungslandschaft*. Die darin involvierten Akteure tauschen sich aus, verfolgen gemeinsame Ziele und arbeiten systematisch zusammen.

Gerechte Bildungschancen für alle

Der Grundgedanke der Bildungslandschaften wurde durch die Jacobs Foundation über zehn Jahre gefördert. Die Stiftung nahm sich zum Ziel, Netzwerke bestehend aus allen bildungsrelevanten Akteuren bei deren Auf- und Ausbau zu unterstützen.

Bis 2018 entstanden in der Schweiz 22 von der Jacobs Foundation geförderte und zahlreiche weitere, von der Stiftung unabhängige, Bildungslandschaften. In den beteiligten Gemeinden, Quartieren und Schulen hat jedes Netzwerk eine andere Herangehensweise gewählt, doch überall standen von Beginn weg die Kinder beziehungsweise Jugendlichen sowie die Entwicklung möglichst gerechter Bildungschancen im Zentrum.

Nach der Pionierphase in der Schweiz und in Deutschland übergibt die Jacobs Foundation die Aufgabe zur weiteren Verbreitung von Bildungslandschaften an die Stiftung éducation21. In Kooperation mit der Schweizerischen Gesundheitsstiftung RADIX berät die neu geschaffene Anlaufstelle «Bildungslandschaften21» am Ansatz interessierte oder bereits in Bildungslandschaften engagierte Personen bei der Umsetzung.

Sie bietet Netzwerktreffen und Weiterbildungen zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) an. Ein neu gegründeter Fonds unterstützt zudem bestehende wie auch neu zu schaffende Bildungslandschaften mit Prozessbegleitung.

Die offene Kinder- und Jugendarbeit ist nicht nur ein wesentlicher Teil jeder Bildungslandschaft: Durch ihr Fachwissen über die Entwicklung im Kinder- und Jugendalter sowie Kenntnis in der Vernetzung und Koordination unterschiedlicher Akteure aus dem Kinder- und Jugendbereich nimmt sie eine Schlüsselrolle ein! Für starke Netzwerke und mehr Gesundheitskompetenz.

Zur Homepage von Bildungslandschaften21

Autor: Yves Weber, Fachexperte bei der Schweizerischen Gesundheitsstiftung RADIX