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Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) | Das Portal

Der Weg zu "wir und unsere Schule"

   
Seit 20 Jahren setzt sich die Schule Gettnau im Kanton Luzern intensiv mit Gesundheitsförderung auseinander. Am 17. Mai wurde dieses Jubiläum gefeiert. Vor zehn Jahren hatte Gettnau zudem beschlossen, sich auch auf den Weg zu einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Schule zu machen. Anlässlich des Jubiläums haben wir Eugen Wechsler, ehemalige Kontaktperson Kantonales Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen/Schulnetz21 Luzern, drei Fragen zu seinen Erfahrungen gestellt:

Wie hat das Ziel, eine gesundheitsfördernde Schule zu sein, die Entwicklung der Schule in den letzten 20 Jahren geprägt?

Vor 20 Jahren war ich vor allem mit meiner Klasse draussen unterwegs und habe kleine Projekte gemacht. Seit dem Beitritt zum Netzwerk wechselte der Fokus von 'ich und meine Klasse' zu 'wir und unsere Schule'. Begünstigt wurde diese Entwicklung auch vom Projekt: 'Schule mit Profil' des Kantons Luzern. Unser Profil wurde dann, dass wir auf dem Weg zu einer gesundheitsfördernden Schule sind. Dies hat uns entscheidend geprägt, es ist kaum mehr wegzudenken.

Die Primarschule setzt mittlerweile ein umfassendes BNE-Konzept um. Wieso und was wollt ihr damit erreichen?

Nach zehn Jahren 'auf dem Weg zu einer Gesundheitsfördernden Schule' evaluierten wir diese Zeit, und alle Beteiligten fanden, dass wir diesen Weg weiter verfolgen wollten. Zugleich wollten wir aber auch Neues, für die rasante Entwicklung in der Welt Zentrales in unser Profil aufnehmen. So drängte sich Bildung für Nachhaltige Entwicklung auf. Als gesundheitsfördernde Schule erfüllten wir schon wesentliche Aspekte von BNE und auch im Bereich Natur auf der Schulanlage waren wir schon seit 30 Jahren intensiv unterwegs. Mit dem erweiterten Profil wollten wir noch mehr auf die komplexe Welt, in die die jungen Menschen hineinwachsen werden, Rücksicht nehmen.

Was wünschen Sie sich, dass die Schülerinnen und Schüler aus der Primarschule für das spätere Leben mitnehmen?

Ich wünsche mir, dass die Lernenden verstehen, dass wir sorgfältig mit unserer Erde - wir haben nur eine! - umgehen. Dass sie mitbekommen, dass Probleme der heutigen Welt meist sehr komplex sind und nicht eindeutig mit ja und nein beantwortet werden können. Dass sie weniger in 'Schwarz–Weiss–Schemen' denken. Dass sie bereit sind, mitzudenken, mitzutragen und Verantwortung zu übernehmen. Und dass sie auch später gerne an die Primarschule in Gettnau zurückdenken und mit Freude an die kommenden Aufgaben herangehen.  Ich weiss, das sind grosse Ziel, aber wir sind auf einem guten Weg!

(Das Interview führte Cornelia Conrad von Schulnetz21.)