Gesundheitsförderung und Bildung für nachhaltige Entwicklung – die zwei Seiten derselben Medaille

Gesundheitsförderung & Bildung für nachhaltige Entwicklung

Lernende, die Früchte und Gemüse aus regionaler Produktion konsumieren, tun ihrer Gesundheit sowie der Umwelt etwas Gutes. Im Konzept Planetary Health wird dabei von Co-Benefits gesprochen. Gerade für Schulen eröffnet dieser Ansatz viele Möglichkeiten. Begrünt eine Schule ihr Schulareal mit Pflanzen oder erstellt einen eigenen Schulgarten, fördert sie dank mehr «Bewegung im Unterricht» nicht nur die Biodiversität und die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler, sondern stärkt auch den Lernerfolg.

Gesundheitsförderung (GF) und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) teilen das Ziel, im Schulalltag das Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise wie auch für ökologische, soziale und ökonomische Zusammenhänge zu entwickeln.  Das eine bedingt das andere. Die beiden Bereiche greifen ineinander und bieten zahlreiche thematische Anknüpfungspunkte sowie wertvolle Synergien für die Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Die übergeordneten Ziele von GF und BNE sind, das Wohlbefinden und die Lebensqualität aller Menschen zu verbessern – heute und in Zukunft. Beide Ansätze rücken dringliche ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen in den Fokus, die direkten Einfluss auf die individuelle Gesundheit haben und fördern so eine verantwortungsbewusste, achtsame Lebensführung. Dabei spielt das Verständnis für regionale und globale Zusammenhänge sowie die zeitlichen Dimensionen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine wichtige Rolle.

Die vier zentralen Handlungsprinzipien der Gesundheitsförderung sind Chancengleichheit, Empowerment, der Settingansatz und Partizipation (s. Qualitätskriterien GF S. 9). Alle sind auch für BNE relevant, zum Teil mit anderen Begrifflichkeiten und Schwerpunkten (bspw. Gesamtschulischer Ansatz als konzeptueller Einbezug des Settings). Aus Sicht der Gesundheitsförderung sind Lebenskompetenzen zentral – bei der BNE ist mehrheitlich von «Gestaltungskompetenzen» die Rede. Inhaltlich bestehen jedoch hohe Überschneidungen, auch mit den überfachlichen Kompetenzen im Sinne der Lehrpläne

Gesundheitsthemen schlagen eine Brücke zu BNE – und umgekehrt. Die wechselseitige Beziehung von GF und BNE ermöglicht es, aktuelle Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftsfragen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und so ein systemisches und kritisches Verständnis bei den Lernenden zu entwickeln (s. bspw. Unterrichtsangebot ResponsAbilita). 

Gesundheitsförderung lässt sich nicht losgelöst von Bildung für nachhaltige Entwicklung denken – sie ist ein integraler Bestandteil davon. Eine bewusste Verbindung der beiden Ansätze bietet vielfältige Chancen für die Schulentwicklung, einen fächerübergreifenden Unterricht und den Schulalltag generell.