Impulstagungen

Save the Date – Impulstagung, 07. November 2026 

 

Wer spielt, gewinnt

Das Potenzial des Spiels für BNE in Schule und Unterricht

Mehr als Unterhaltung und Wetteifern: Das Spiel bietet einen geschützten Rahmen, um sich mit Ungewissheiten auseinanderzusetzen, Perspektiven zu wechseln und mögliche Zukünfte zu erproben. An der Impulstagung 2026 zeigen wir, warum Spiel als BNE-Methode ein Gewinn für Schule und Unterricht sein kann.

Die Impulstagung stellt den jährlichen Höhepunkt für Fachinputs, Austausch und Vernetzung unter Lehrpersonen, Schulleitenden und Schulsozialarbeitenden aller Mitgliedschulen aus der Deutschschweiz sowie weiteren Schulakteuren dar.
 

Programm PDF

Programm
Ab 
08:30 
 

Ankommen und Eintauchen

09:15

Grussworte
Lucia Winkler, Direktorin éducation21
Dagmar Rösler, Zentralpräsidentin des LCH und Vizepräsidentin von éducation21

09:30

Inputreferat
«Spielen macht uns gesund, glücklich und schlau»
Prof. Dr. Jens Junge, Institut für Ludologie, Berlin

10:15
 

Pause
 

10:45

Inputreferat
«Wie aus Geschichten Spiele entstehen – oder wie Inhalt und Erlebnis zueinander finden»
Lukas Frei, Gebrüder Frei: Die Spielmacher, Bern

11:30

Diskussion und Austausch
«Was nehme ich für den Schulalltag mit?»
éducation21

12:15 
 

Mittagessen

13:30
 

Workshops 1. Runde

14:45
 

Workshops 2. Runde

15:45

Abschluss und Apéro
 

 

Inputreferate

Spielen macht uns gesund, glücklich und schlau

«Die Kraft des Spielens ist überaus vielfältig – sie wirkt von der Persönlichkeitsentwicklung über ein gelingendes Miteinander bis hin zur Gestaltung nachhaltiger
Gesellschaftsstrukturen».

Jens Junge ist seit über 40 Jahren eng mit der Spiele- und Games-Branche unternehmerisch verbunden und seit 2014 mit dem Institut für Ludologie mit zahlreichen Forschungs- und Entwicklungsprojekten aktiv. Er hat eine Lehr- und Forschungssammlung für Brettspiele aufgebaut (aktuell über 84 000 Exemplare), hat die Realisierung der Spieleerlebniswelt «Yosephinum» in Altenburg bei Leipzig mit initiiert und die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Spielwissenschaft vorangetrieben.

Spiel ist ein Urphänomen der Natur, des Lebens und der Menschen. Aber spielerische Tätigkeiten stehen oft unter einem rationalen Rechtfertigungsdruck. Ist Spielen nicht nur Zeitverschwendung, Ablenkung oder Unterhaltung? Im Fokus seiner Aktivitäten, Interviews und Projekte steht die Vermittlung des Spiels als natürliche und nachhaltige Form des Lernens, die darüber hinaus Freude erzeugt. In einer volatilen, komplexen Welt mit ihren Unsicherheiten und Mehrdeutigkeiten braucht der Mensch geschützte Erfahrungsräume, um sich den Optimismus zu bewahren und mit seinen realen Herausforderungen klarzukommen. Im Mittelpunkt des Referats steht die Frage, wie sich Spielen als Dialog mit der Welt verstehen lässt. Spiele fördern Kreativität, Vielfalt und Perspektivenwechsel und stärken so unsere Fähigkeit, flexibel auf neue Situationen und Herausforderungen zu reagieren. Damit eröffnen sie Möglichkeiten, das eigene Leben selbstbestimmt, gesund und mit Freude zu gestalten.

Prof. Dr. Jens Junge, Direktor des Instituts für Ludologie, Vorstand Deutsche Gesellschaft für Spielwissenschaften e.V. 


Wie aus Geschichten Spiele entstehen – oder wie Inhalt und Erlebnis zueinander finden  

Wie entsteht ein immersives Spielerlebnis? Wie lassen sich Inhalte, Erzählung und Spielmechanik so miteinander verbinden, dass ein stimmiges Gesamtbild und eine dichte Atmosphäre entstehen? In ihrer Arbeit spüren die Gebrüder Frei den Berührungspunkten dieser Elemente nach und fügen sie zu einem schlüssigen Ganzen zusammen.

Lukas Frei stellt in seinem Referat verschiedene Projekte vor welche das Spiel als Bildungsinhalt haben. Aus der Disziplin «Spielentwicklung mit Schüler:innen» zeigt er mögliche Vorgehensweisen auf wie Lehrpersonen das Spiel als Methode für eine BNE einsetzen können. Spiel im Unterricht fördert eine Vielzahl von Kompetenzen, die mit den Kompetenzbereichen der BNE übereinstimmen. Ziel ist es schliesslich Ideen und Anregungen für den eigenen Unterricht zu erhalten.

Am Altenberg in Bern entwickeln die Gebrüder Frei Brettspiele und einzigartige Grossspiele für Kinder und Erwachsene. Im Zentrum steht dabei die Vermittlung komplexer Inhalte. Seit vielen Jahren konzipieren, gestalten und produzieren sie analoge Spiele, führen Workshops mit Schülerinnen und Schülern durch und begleiten Kinder der Begabungs- und Begabtenförderung (BBF) bei der Umsetzung ihrer eigenen Ideen.

Lukas Frei, Spielautor und Mitinhaber Gebrüder Frei GmbH
 

Workshops

Max. Teilnehmerzahl pro Workshop: 20

Workshop 1: Spielen und Lernen im Zyklus 1 – Wie gestalten wir unsere eigene «BNE-SpielWelt»?

Für Lehrpersonen I Zyklus 1

Das Spiel ist die zentrale Lernform von vier- bis achtjährigen Kindern. Wenn Kinder spielen, lernen sie. Eine «BNE-SpielWelt» verbindet deshalb Spiel- und Lerninhalte gezielt miteinander. Sie orientiert sich an den Interessen sowie am Lern- und Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler und fördert zentrale Kompetenzen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung wie vernetztes Denken, Kreativität und Partizipation. Im Workshop tauchen Sie in das Konzept der «BNE-SpielWelt» ein und entwickeln konkrete Ideen, um spielbasiertes Lernen und BNE in Ihrem Unterricht zu verbinden.

Sabina Bürki, Lehrperson für den Kindergarten und Expertin für Freispielpädagogik, «SpiuBank»
Tanja Stern, Expertin Lernmedienproduktion, éducation21

 

Workshop 2: Hexapodia – Spiele und rette die Insekten in der Stadt!

Für Lehrpersonen, Fachpersonen in Umweltbildung I Zyklus 1&2

In der Schweiz sind 85 % aller Tierarten Insekten. Über 60 % davon sind vom Aussterben bedroht und gefährden mit ihrem Rückgang die gesamte Nahrungskette. Das kooperative Brettspiel «Hexapodia» lädt Schülerinnen und Schüler ein, in die Rolle eines Insekts zu schlüpfen, das durch eine Stadt voller Hindernisse einen Weg sucht, um seine Partnerin/seinen Partner zu erreichen und sich fortzupflanzen. Teerstrassen, monotone, kurz geschorene Rasenflächen, gefrässige Vögel, Pestizide und vieles mehr – an jeder Ecke lauern Gefahren! Beim Spielen lernen sie Insekten kennen, verstehen ihre Gefährdungen und entwickeln Ideen zu ihrem Schutz und Förderung. Eine Website mit Erklärvideo und allen Spielmaterialien zum Download erleichtert den direkten Einsatz im Unterricht. Das Spiel lädt dazu ein, den eigenen Pausenplatz zu erkunden: Ist er insektenfreundlich? Welche Massnahmen können umgesetzt werden? Der Workshop bietet die Möglichkeit, «Hexapodia» im XXL Format zu testen und die Umgebung zu erkunden, um konkrete Massnahmen zugunsten der Insekten zu entwickeln.

Simea Bachmann, Mitarbeiterin Umweltbildung, Pro Natura
 

Workshop 3: Nachhaltigkeit verhandeln und (mit-)gestalten – mit dem Planspiel «Unk City»

Für Lehrpersonen des Fachbereichs NMG I ab Zyklus 2

Die Schülerinnen und Schüler bauen gemeinsam eine Stadt mit verschiedenen Quartieren auf und stehen dabei immer wieder vor Entscheidungen, die sie mit den anderen aushandeln müssen. Mit jeder Runde kommen neue Herausforderungen und Umweltfaktoren hinzu, so entstehen kontroverse Diskussionen ebenso wie das gemeinsame Ringen um Ziele. Die Erfahrungen aus dem Spiel lassen sich auf die reale Welt übertragen. Insbesondere der Zielkonflikt zwischen Wohlstand und Umweltbelastung wird so erlebbar und kann gemeinsam reflektiert und in die echte Welt transferiert werden. Im Workshop lernen Sie das Planspiel in einer Kurzform praktisch kennen, erproben es aus der Schüler- und Schülerinnenperspektive und erhalten konkrete Hinweise für den Einsatz in Ihrem Unterricht.

Rebecca Theiler, Doktorandin und Dozentin NMG, BNE; PH Luzern
Maria Budmiger, Doktorandin und Dozentin NMG, BNE; PH Luzern, PHBern

 

Workshop 4: WaldWege – Holzen, Sägen und Verbrennen: Erträgt das unser Wald?

Für Lehrpersonen und Schulleitungen I Zyklus I 2 Max. Teilnehmende: 18

«WaldWege» ist ein Planspiel für den Unterricht der 4.–6. Primarstufe, das Kindern einen spielerischen Zugang zur Wald- und Holzwirtschaft ermöglicht. Die Lernenden übernehmen unterschiedliche Rollen, z. B. als Waldbesitzer/innen, als Leitung eines Sägewerks oder im Management eines Heizwerks. Dabei werden Zielkonflikte zwischen Waldbewirtschaftung und weiteren wirtschaftlichen Interessen sichtbar und gemeinsam reflektiert. Im Workshop erleben Sie das Spiel selbst, lernen den Ablauf kennen und erhalten konkrete Tipps für den Einsatz im Unterricht. Das Spiel «WaldWege» fördert systemisches Denken, Perspektivenwechsel und das Abwägen von Interessen.

Silvan Bieri, Dozent NMG-Didaktik und Mentor, PH Zürich
 

Workshop 5: Eneventura – Wie Entscheidungen die Stadt verändern

Für Lehrpersonen des Fachbereichs NMG I ab Zyklus 3

«Eneventura» ist ein strategisches Lernspiel, welches einen motivierenden Zugang zu komplexen Fragen nachhaltiger Entwicklung schafft. Im kooperativen Planspiel übernehmen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Verantwortung für eine Stadt. Ihre Entscheidungen als Stadtrat wirken sich direkt auf Umwelt, Energieversorgung, Finanzen und Zufriedenheit der Bevölkerung aus und machen Zielkonflikte sichtbar. Eine Webseite mit Videoanleitungen, kurze Spielrunden und ein Begleitheft für Lehrpersonen mit direkt nutzbaren Umsetzungsvorschlägen erleichtern den Einsatz im Unterricht. Im Workshop spielen Sie «Eneventura» selbst und erleben, wie sich das Spiel im Zyklus 3 einfach und ohne grossen Vorbereitungsaufwand einsetzen lässt. Gemeinsam reflektieren wir über Einsatzmöglichkeiten im Unterricht - entlang der inhaltlichen Perspektiven des Fachbereichs NMG - und entdecken spannende Varianten zur Vertiefung der Fachinhalte.

Daniela Schribl, Dozentin, Fachbereich Natur & Technik, PH St. Gallen
Hannes Müller, Fachberater/Produktentwickler Natur & Technik, INGOLDVerlag
Lucia Reinert, Expertin Film & Ausserschulische Akteure, éducation21

 

Workshop 6: Undercover – Krimi und Kreislaufwirtschaft – wie eine Geschichte verspielt wird

Für Lehrpersonen I Zyklus 3 und Sek II

Neun Firmen stehen unter dringendem Verdacht, Expertenberichte verschwinden zu lassen, die aufzeigen, wie man ihre Produkte umweltfreundlicher produzieren könnte. Ermittlungsbüros werden beauftragt, verdeckte Recherchen durchzuführen und möglichst viele der unter Verschluss gehaltenen Akten sicherzustellen. In diesem Spiel schlüpfen Lernende in die Rolle verdeckter Ermittler/innen und prüfen verschiedene Produkte von fiktiven Unternehmen auf ihre Nachhaltigkeit. Dabei vertiefen sie ihre Kenntnisse zu Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Wirtschaften. Im Workshop wird «Undercover» angespielt und die Elemente des Spiels erläutert. Anschliessend folgt eine kurze Entwicklungssequenz zu einem vorgegebenen Thema, welche das «Verspielen» einer Geschichte beispielhaft verdeutlicht.

Lukas Frei, Spielautor und Mitinhaber Gebrüder Frei GmbH
 

Workshop 7:«Fischteich»: die Tragödie der Allmende aus eigener Erfahrung kennenlernen

Für Lehrpersonen I Sek II

In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden das Lernspiel «Fischteich» zum Thema Allmendegüter kennen. Es ist Teil von Iconomix, dem Bildungsangebot der Schweizerischen Nationalbank. Das Modul greift verschiedene Themen auf, darunter die Arten von Wirtschaftsgütern, die Tragödie der Gemeingüter, externe Effekte, Nachhaltigkeit, Ressourcenknappheit, die Rolle des Staates und soziale Normen. Im Zentrum steht ein Experiment: das Fischteich-Spiel. Im ersten Teil des Workshops probieren Sie das Spiel selbst aus und erleben unmittelbar, wie anspruchsvoll die nachhaltige Nutzung gemeinsamer Ressourcen sein kann. Anschliessend wird aufgezeigt und diskutiert, wie das Spiel dazu beiträgt, die Problematik von Allmendegütern im Unterricht verständlich zu machen und das Konzept auf weitere aktuelle Fragestellungen, etwa Umweltprobleme, zu übertragen. Zudem erhalten Sie praktische Tipps und Anregungen für den wirkungsvollen Einsatz des Moduls im Unterricht.

Julia Erdin, Verantwortliche Iconomix Community Deutschschweiz
 

Workshop 8: Spielend die Welt erfahren – Das Spiel als Methode für BNE entdecken

Für Lehrpersonen I alle Zyklen

Wie lassen sich komplexe BNE-Themen wie Wald, Zusammenleben oder Gemeingüter so vermitteln, dass sie Schülerinnen und Schüler begeistern? Spiele schaffen genau solche Lerngelegenheiten: Sie ermöglichen Perspektivenwechsel, machen Zielkonflikte erlebbar und laden dazu ein, Entscheidungen und ihre Folgen in einem geschützten Rahmen auszuprobieren. In diesem Workshop lernen Sie praxiserprobte Spiele und konkrete Instrumente kennen, um deren Potential für BNE gezielt zu nutzen. Sie erfahren, woran sich geeignete Spiele erkennen lassen und wie Sie diese wirkungsvoll in Ihren Unterricht integrieren. Nehmen Sie neue Ideen und direkt einsetzbare Spiele und Planungsinstrumente für einen motivierenden BNE-Unterricht mit.

Angela Thomasius, Expertin Lernmedien-Produktion, éducation21
 

Anmeldung
Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr beträgt CHF 150.–. Für Mitgliedschulen von Schulnetz21 sind zwei Eintritte pro Schule kostenlos; für zusätzliche Personen beträgt die Gebühr CHF 150.–. Studierende profitieren von einer reduzierten Teilnahmegebühr von CHF 30.–.
Bei einer Abmeldung nach Ablauf der Anmeldefrist (7 Tage vor der Veranstaltung) ist die Teilnahmegebühr geschuldet. Eine Übertragung auf eine andere Person ist jedoch möglich (schriftliche Mitteilung erforderlich).
Workshops
Informationen
Teilnahme am Mittagessen
Erlaubnis zur Veröffentlichung von Bildern/Fotos

Während der Veranstaltung werden Fotos und Videos gemacht, die online oder in Printmedien veröffentlicht werden können. Ich erlaube die Veröffentlichung von Foto- oder Videomaterial.

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