Mit Nachhaltigkeit Karriere machen

Wissenshungrig: Berufsbildung heisst Wissen anwenden

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) befähigt Lernende, mit den anspruchsvollen Herausforderungen der Zukunft umzugehen. Die Fähigkeit komplexe Probleme zu verstehen und sie systemisch anzupacken, ist eine zentrale Kompetenz, die die Berufsbildung ebenso wie BNE stärken will: «BNE fördert die Fähigkeit mit komplexen Situationen, dynamischen Entwicklungen, Widersprüchen, unterschiedlichen Wertvorstellungen, Ungewissheit kreativ umzugehen.» (Jürg Zellweger, Schweizerischer Arbeitgeberverband).

Mit Komplexität umzugehen heisst, dass es die Fähigkeit braucht, zu analysieren und Wirkungszusammenhänge zu verstehen. Dafür braucht es die Neugierde für Details und für das grosse Ganze – eben ein systemisches und fächerübergreifendes Wissen. Nachhaltigkeitsrelevantes Wissen zu erlangen ist ein wichtiges Ziel von BNE. Dabei steht aber nicht die Informationsvermittlung im Zentrum. Es geht auch nicht um das Aneinanderreihen von Aktivitäten zu einem bestimmten Thema, sondern um einen Kompetenzaufbau, wie es im Sinne steigender Taxonomiestufen für Leistungsziele in den Bildungsplänen vorgesehen ist.

Wird Wissen erarbeitet und in einem zweiten Schritt reflektierend in das persönliche Wissensnetz eingefügt, spezialisieren sich die Kenntnisse, werden Widersprüche aufgedeckt und Sichtweisen einander gegenüber gestellt, entwickelt sich ein junger Mensch zu einer urteilsfähigen Person. Als solche kann sie in ihrem beruflichen Kontext Informationen bündeln und beurteilen und ist trotz Unsicherheiten entscheidungsfähig.

Wird dies mit einem Bildungsanspruch thematisiert – ohne normativen Verhaltensappell – und können die Lernenden sich über die Zusammenhänge Gedanken machen, Hintergründe analysieren und gemeinsam nach Lösungen suchen, ist der mehrperspektivische Anspruch von BNE eingelöst. Und Wissen wird zur Kompetenz.

Nachhaltigkeit verstehen am Thema «Ernährung»

Das Thema «Ernährung» bietet ideale Möglichkeiten, sich mit den vielfältigen Dimensionen einer Nachhaltigen Entwicklung zu beschäftigen – nicht nur im Gastgewerbe. Themen wie Urban Gardening, Foodwaste, Konsum, Labels, Tierwohl, Klima, Ressourcenverbrauch, Gesundheit oder Regionalität sind sehr lebensnahe Themen. Sie sind entsprechend beliebt bei Lernenden, insbesondere wenn sie erfahrungsorientiert erschlossen werden: selber ausprobieren, recherchieren, vergleichen, Projekte entwerfen und darüber nachdenken.

 

 
FOODWASTE

Das Themenfenster «Zoom» offeriert eine grosse Auswahl an Unterrichtsvorschlägen zu den Themen Ernährung, Lebensmittelverschwendung und Wertschätzung von Essen.

> Zoom zum Thema 
  

 

 
MYSTERY ALS METHODE

«Mystery» verwendet ein Rätsel als Anreiz, Zusammenhänge aufzudecken und Verbindungen zu suchen. Ausgangspunkt eines Mysterys ist die zentrale Leitfrage.

> Mystery «Family Farming»  
 

     
 

 
LERNMEDIEN

> Berufe global: Gastronomie/Kochen
> Lebensmittel zum Zweck
> Fleischatlas
> Lebensmittelqualität beurteilen
> CO2-Rechner für Nahrungsmittel
> Globale Ursachen von Hunger
> Fair für alle
> Umwelt und Konsum
> Spiel Agropoly  
 

 

 
FILME

Filme vermitteln Sachwissen, wecken Emotionen und Neugierde. Durch ihre Bilder schaffen sie einen unmittelbaren Zusammenhang zu komplexen Themen.

> Essen im Eimer
> Kurzfilm: Das Klima, mein Essen und ich
> Der Fall Mubende 
> Seeblind
> Billig, billiger, Banane
  

  

 

 

Methoden zum Erschliessen von Sachverhalten

Methoden des «Kooperativen Lernens» haben grosses Potenzial für eine intensive Auseinandersetzung mit Lerninhalten. In Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit lassen sich zum Beispiel Ernährungsthemen erarbeiten und eine multiperspektivische Denkweise fördern. Die «BNE-Lernlandschaft» hilft zusätzlich, die Lerninhalte zu rhythmisieren und die Lerneinheit themenübergreifend zu orchestrieren. In der Tabelle finden Sie eine Entscheidungshilfe, welche Methoden geeignet sind.

Typ
Kompetenzentyp A Kompetenzentyp B Kompetenzentyp C
Kompetenzenbeispiel          
… grundlegende Phänomene, Strukturen, Funktionen, Prozessabläufe beschreiben, erklären oder erläutern können. … Kenntnisse auf andere Sachverhalte anwenden können. … grundlegende Phänomene, Strukturen, Funktionen, Prozessabläufe darstellen können.
Methodenbeispiel Lerntempoduett, Kugellager-Methode, Partnerinterview Lerntempoduett, Gruppenpuzzle Mystery-Methode, Strukturlegetechnik
       
Typ Kompetenzentyp D Kompetenzentyp E
Kompetenzentyp F
Kompetenzenbeispiel … das Zusammenwirken von Faktoren und Auswirkungen analysieren.        … Sachverhalt, Ereignisse, Probleme und Risiken beurteilen und bewerten können. … zu Auswirkungen, Aussagen etc. kritisch Stellung nehmen können.
Methodenbeispiel Mystery-Methode, Strukturlegetechnik Mystery-Methode, Placemat-Methode, World-Café, Strukturierte Kontroverse Placemat-Methode, Fishbowl-Diskussion, World-Café

  
Quelle
: nach Hepp, K. (2016) Kooperatives Lernen im Geographieunterricht; Geographie heute (328), S. 2-9.

Unterricht fächerübergreifend gestalten

Was heisst «Interdisziplinäres und mehrperspektivisches Wissen aufbauen»?

Das Instrument «BNE-Lernlandschaften» mit seinen 5 Phasen unterstützt den Wissensaufbau und erlaubt die mehrperspektivische Bearbeitung eines Sachverhalts im Sinne von BNE.


Dieses Instrument stammt aus dem Grundlagenband «Querblicke», welcher für die Weiterbildung der Lehrpersonen der Volksschule geschrieben wurde.

Was bedeutet «Vernetzt denken»?

Planspiele ermöglichen realitätsnahe Erfahrungen und verbinden kognitive Dimensionen mit Gefühlen und konkreten Handlungssituationen.

www.ucs.ch/planspiele/schule

Folio Dossier zu BNE

BNE-Basis

Grundlagen
(éducation21.ch)

Welche Kompetenzen braucht die Berufsbildung?
(Hans Hess, Swissmem, Referatsauszug)

SBFI-Tagung: Berufsbildung macht Karrier(en)

Kompetent für die Zukunft

Alle Kompetenzen im Detail

 

Kontakt

Sandra Wilhelm
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web: BNE-Berufsbildung