Was ist BNE? Wozu soll das gut sein?

Klimawandel, Migration, Aids, wirtschaftliche Ungleichheiten – die heutigen Herausforderungen zeigen, wie sehr ökonomische, gesellschaftliche und ökologische Prozesse gegenseitig voneinander abhängen oder sich beeinflussen. Ihnen zu begegnen bedeutet, eine Nachhaltige Entwicklung anzustreben, in welcher die genannten Wechselwirkungen berücksichtigt werden.

Nachhaltige Entwicklung in der Schweiz

  • Artikel 2 («Zweck») der Schweizerischen Bundesverfassung erklärt die Nachhaltige Entwicklung zu einem Staatsziel der Schweiz, und Artikel 73 («Nachhaltigkeit») fordert Bund und Kantone dazu auf, «ein auf  Dauer ausgewogenes Verhältnis zwischen der Natur und ihrer Erneuerungsfähigkeit  einerseits und ihrer Beanspruchung durch den Menschen anderseits» anzustreben. 
     
  • In der «Strategie Nachhaltige Entwicklung» hält der Bundesrat die politische Stossrichtung seiner Nachhaltigkeitspolitik fest. 

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schule

Nachhaltige Entwicklung als gesamtgesellschaftliches Leitbild hat zum Ziel, alle Akteur/-innen einzubinden – auch die Schule. Sie kann dazu beitragen, die Kompetenzen und das Wissen zu vermitteln, welche für eine Nachhaltige Entwicklung nötig sind.

Verankerung im Bildungssystem

  • Bund und Kantone erklären 2015 ihre gemeinsamen bildungspolitischen Ziele für den Bildungsraum Schweiz: «Für die Entwicklung eines zukunftsverantwortlichen Denkens, eines eigenständigen sozialen, ökologischen, politischen und wirtschaftlichen Urteilsvermögens sowie der Fähigkeit, am politischen Geschehen des demokratischen Gemeinwesens teilnehmen zu können, ist Bildung von besonderer Bedeutung. Die zu diesem Zweck zu fördernde Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung und politische Bildung (éducation à la citoyenneté) bedingen die Zusammenarbeit von Bund und Kantonen auf allen Bildungsstufen.» (Quelle: Chancen optimal nutzen, Punkt III 4)
     
  • Das Generalsekretariat der Erziehungsdirektoren/-innen (EDK) erstellte 2007 zusammen mit sechs Bundesämtern der Schweizerischen Koordinationskonferenz BNE den «Massnahmenplan 2007-2014 Bildung für Nachhaltige Entwicklung» als Beitrag an die UNO-Dekade für BNE 2005-2014. Er hat die Integration von BNE in die sprachregionalen Lehrpläne der Volksschule und in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen befördert.

BNE in den sprachregionalen Lehrplänen

  • BNE ist im Westschweizer Lehrplan (Plan d’études romand PER) bereits berücksichtigt.
  • Im Lehrplan 21 für die Deutsche Schweiz sind fächerübergreifende Themen unter der Leitidee Nachhaltiger Entwicklung ebenfalls integriert, und BNE relevante Kompetenzen sind in die Fachbereichslehrpläne eingearbeitet.
  • Auch im Lehrplan des Kantons Tessin ist BNE berücksichtigt.

Thematische Zugänge zu BNE

éducation21 will folgende fünf thematische Zugänge zu BNE einander näher bringen, um so den gemeinsamen Kern (BNE) zu vergrössern:

  • Globales Lernen
  • Umweltbildung
  • Politische Bildung inkl. Menschenrechtslernen
  • Gesundheitsförderung
  • Ökonomische Bildung

BNE ist kein neues Fach, sondern eine inhaltliche Ausrichtung, welche allen Disziplinen als Orientierung dient und auch die Schulen als Ganzes prägt. Sie muss deshalb fächerübergreifend angegangen werden.