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Netzwerk BNE der Dozierenden 2021

Zweisprachiges Treffen Deutsch/Französisch

Wie kann die Integration von BNE und Nachhaltigkeit in den Institutionen der Lehrer/innenbildung unterstützt und begleitet werden?

Konferenzen – Praxisbeispiele - Diskussionen

Freitag 5. November 2021 | 9:30-15:30 | PH VS Brig - Alfred Grünwaldsaal - Alte Simplonstrasse 28 – 3900 Brig

Für Hochschulen fordern die Akkreditierungsrichtlinien die Festlegung von konkreten Nachhaltigkeitszielen und -massnahmen als Qualitätsstandard. Allerdings gibt es immer noch große Unterschiede zwischen den Institutionen in Bezug auf die Umsetzung von BNE in der Lehrer/innenbildung und -forschung sowie in Bezug auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit innerhalb der Institution. Dieses Treffen bietet BNE Dozierenden einen Raum für Reflexion, Austausch und Inspiration über die Herausforderungen von NE und BNE in ihren Institution und ihrer Praxis.

Programm
Vorträge
Runder Tisch
Workshops
  • 09.30Eintreffen und Kaffee (Grünwaldsaal)
    09.45

    Begrüssung und Ablauf
    Isabelle Dauner Gardiol éducation21, Peter Summermatter PH VS, Isabelle Bosset éducation21

    09.50

    Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Hochschule: einige Lehren aus 10 Jahren Tätigkeit an der Universität Lausanne.
    Benoît Frund, Vizerektor ökologischer Wandel und Campus, Universität Lausanne

    10.30

    Pause und musikalische Darbietung

    11.00

    Wie kann BNE in der Lehrer/innenausbildung und -Forschung innerhalb einer Pädagogischen Hochschule gefördert werden?
    Anne-Kathrin Lindau, Inhaberin der Professur für Geographiedidaktik und BNE, Nachhaltigkeitsbeauftragte, katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

    11.40
     

    Runder Tisch um mit Experten/innen der Nachhaltigkeit und der BNE Lehre auszutauschen
    Léo Gilliard WWF, Jürgen Kühnis PH SZ, Alain Pache PH VD, Nicolas Robin PH SG

    12.30

    Mittagspause (Restaurant Schlosskeller)

    14.00

    Workshops der Teilnehmenden: 5 Parallellsitzungen (PH VS Schulhaus Ost Saal 4 bis 7)

    14.45

    Workshops der Teilnehmenden: 4 Parallellsitzungen (PH VS Schulhaus Ost Saal 4 bis 7)

    15.30Ende des Treffens
     



  • Benoît Frund, Universität Lausanne

    Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Hochschule: Was brauchen wir in Bezug auf Führung, Prozesse, Personal?

    Seit 2011 ist Benoît Frund dafür verantwortlich, Nachhaltigkeit sowie ökologischen und sozialen Wandel an der Universität Lausanne voranzutreiben. Das Team, das sich um ihn gebildet hat, sorgt für die Umsetzung einer kohärenten Nachhaltigkeitspolitik auf institutioneller Ebene. Ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit wurde geschaffen, um innovative und kreative Ansätze zu fördern, um die Integration der Nachhaltigkeit auf dem Campus, in der Lehre und in der Forschung zu stärken. Das Zentrum hat auch die «dritte» Aufgabe der Universität, den Dialog über Nachhaltigkeit mit der Zivilgesellschaft, zu fördern. Mit diesem Referat wollen wir auf den eingeschlagenen Weg zurückblicken, die Schritte und Prozesse, die zum Erreichen dieser Strukturen notwendig waren, aufzeigen und die Hindernisse und Perspektiven analysieren.

    Zur Präsentation

    Benoît Frund ist ausgebildeter Geograf und seit zehn Jahren Vizerektor für Ökologischen Wandel und Campus an der Universität Lausanne. In dieser Funktion hat Herr Frund die Nachhaltigkeitsstrategie der UNIL entwickelt und umgesetzt, die sich zunächst auf die Nachhaltigkeit der Infrastruktur konzentrierte. Im Laufe der Zeit hat die Arbeit von Herrn Frund zu neuen akademischen Kursen, Sensibilisierungsaktivitäten und 2019 zur Gründung des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit geführt. Damit belegt die UNIL den zweiten Platz im WWF-Nachhaltigkeitsranking der Schweizer Hochschulen. Seit der Gründung im 2020 ist B. Frund Präsident des Netzwerks Nachhaltigkeit der Schweizer Hochschulen von swissuniversities.

     

    Anne-Kathrin Lindau, katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (D)

    Wie kann BNE in der Lehrer/innenausbildung und -Forschung innerhalb einer Pädagogischen Hochschule gefördert werden?

    An Beispielen verschiedener Hochschulen, u. a. der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt möchten wir aufzeigen, welche Schritte eine pädagogische Hochschule unternehmen kann, um BNE in der Lehrpersonenbildung zu fördern; welche Prozesse, Entscheidungen Ressourcen, Rahmenbedingungen es dazu braucht. Darüber hinaus werden auch Schwierigkeiten und Hindernisse angesprochen; wie weit ist die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt gekommen, was gibt es noch zu tun, usw.? Wie bettet sich BNE an (pädagogischen) Hochschulen in einen allgemeinen Diskurs auf Hochschulebene ein?

    Zur Präsentation

    Prof. Dr. Anne-Kathrin Lindau ist Inhaberin der Professur für Geographiedidaktik und Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Nachhaltigkeitsbeauftragte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Die Arbeitsschwerpunkte Anne-Kathrin Lindaus sind unter anderem die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), die Professionalisierung von Lehrkräften sowie Wildnisbildung. Frau Lindau studierte Geographie und Deutsch für das Lehramt an Gymnasien und unterrichtete von 2000 bis 2010 Geographie am Gymnasium. Parallel dazu war Anne-Kathrin Lindau von 2002 bis 2008 wissenschaftliche Assistentin im Bereich Didaktik der Geographie am Institut für Geowissenschaften und Geographie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Bis zu ihrer Berufung an die KU war Anne-Kathrin Lindau als Lehrperson für besondere Aufgaben in der Didaktik der Geographie an der Martin-Luther-Universität tätig.

  • In einer moderierten Diskussion tauschten Experten ihre Erfahrungen mit der Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung und BNE in ihren Institution mit den Referierenden und den Teilnehmenden aus.

    Protokoll der Diskussion

    Panelisten am runden Tisch waren:

    Alain Pache PH Vaud

    PH Dozent mit den Schwerpunkten Didaktik der Geistes- und Sozialwissenschaften, Didaktik der Geographie und Bildung für Nachhaltigkeit

    Jürgen Kühnis PH SZ

    Dozent für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung, Vorsitzender der Kommission für Nachhaltigkeit und Chancengleichheit

    Nicolas Robin PH SG

    Leiter F&E Institut Fachdidaktik Naturwissenschaften, Mitglied der Studiengangsleitung Sek I, Fachleiter und Dozent für Biologie

    Léo Gilliard WWF Schweiz

    Projektverantwortlicher "Nachhaltige Hochschulen" und der Rating-Studie Nachhaltige Entwicklung an Schweizer Hochschulen

     



  • Die Präsentationen in den Workshops werden in der eigenen Sprache gehalten und nicht übersetzt.

    Die Workshopleitenden haben die Möglichkeit, ihre Präsentation in Form eines Artikels in einer Sonderausgabe der Zeitschrift Progress in Science Education zu veröffentlichen.

    14:00 Sitzung 1

    Workshop 1.1 - Die PH Luzern möchte ihre Bemühungen intensivieren, NE und BNE in Lehre, Forschung und Praxis zu etablieren

    Auf Deutsch, präsentiert von Markus Wilhelm PH LU

    Das im Herbst 2021 gestartete Projekt «Nachhaltigkeits-Topologien der PH-Luzern» soll nun den Dozierenden, Forschenden und Studierenden und der Hochschulleitung in den kommenden 4 Jahren eine systematische Auseinandersetzung mit BNE und den Aufbau, respektive das Sichtbarmachen von individuellen und organisatorischen Nachhaltigkeits-Landkarten bzw. -Bewegungsbahnen ermöglichen. Damit wird explizit ein Mehrparadigmen-Ansatz verfolgt. Als Produkte sind die Überarbeitung spezifischer Module aller Fächer vorgesehen, sowie je eine Handreichung zum Prozess, zur Lehre und zur Forschung sowie eine BNE/NE-Strategie inkl. Operationalisierung.

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    Workshop 1.2 - Enabling outdoor-based teaching”: Erforschung “Unterrichten im Freien” in der LehrerInnenausbildung in der Schweiz

    Auf Deutsch und Französisch, präsentiert von Nicolas Robin PH SG

    «Herr Müller, warum schwimmt ein Boot? » fragt die siebenjährige Pauline ihren Klassenlehrer. Dieser schaut Pauline an, hält inne und sagt: «Weisst du was Pauline? Wir gehen nach draussen und untersuchen das selber. » Die Lehrperson geht mit ihrer Klasse ins Freie, baut aus unterschiedlichen Materialien Boote und untersucht das Phänomen zusammen mit den Schüler/innen. Solche Momente kommen im Alltag einer Lehrperson nicht selten vor. Der Schritt nach draussen, der Schritt in eine Welt, welche von sich aus Materialien liefert, die lebensnah, alltagsbezogen und kindsgemäss zugleich sind. Welchen Stellenwert hat das «Unterrichten im Freien» aktuell in der Lehrer/innenausbildung? Welche «Good Practice» Beispiele bieten die einzelnen Fachbereiche der verschiedenen PHs an? Der Workshop «EOT» gibt einen Überblick zum 5-Jahresprojekt der PHSG zur Erforschung von «Unterricht im Freien» im Studiengang Kindergarten/Primarstufe an Schweizer PHs. Das Projekt ist eine Kooperation der PHSG mit den Stiftungen Mercator Schweiz, Silviva und Salvia. Wir erfassen dabei die Einstellungen und Vorstellungen von Dozierenden und Studierenden zum Thema und dokumentieren die aktuelle Lehrpraxis an der PHSG und den Partner-Hochschulen. Ziel ist es, zu erforschen, wie angehende Lehrpersonen ausgebildet werden, um neben dem Klassenzimmer die Umwelt und Natur für das Unterrichten zu nutzen. Basis für die Erforschung des aktuellen Ist-Zustandes ist ein Literatur-Überblick «outdoor teaching in teacher education». Zur Unterstützung und Förderung des Austauschs bietet das Projekt Ideen, Workshops und Tagungen zu Lehrpraxis und Forschung im Bereich «outdoor teaching». Erwartetes Produkt ist eine Strategie/Empfehlung zur breiten Integration von "Unterricht im Freien" in die Lehrer/innenausbildung als Leitfaden für Dozierende.

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    Workshop 1.3 - Présentation et analyse d'un nouveau dispositif de formation sur la durabilité pour les étudiant·e·s au Bachelor primaire

    Auf Französisch, präsentiert von Alain Pache, Eva Reymond, Nadia Lausselet PH VD

    A la rentrée académique 2021, nous avons mis en place, à la HEP Vaud, un nouvel atelier pour les étudiant.e.s commençant leurs études dans le cadre du Bachelor primaire. Cet atelier porte sur les savoirs liés à la durabilité et alterne entre des phases de présentations et de mises en situation. Dans le même temps, une recherche qualitative à visée compréhensive a été lancée afin d'identifier les apprentissages des étudiant.e.s liés à la durabilité ainsi que la pertinence du contexte d'études. Lors de cet atelier, nous présenterons le dispositif de formation, le dispositif de recherche et quelques résultats exploratoires identifiés après trois séances de nonante minutes. Une phase interactive avec les participant.e.s permettra de prendre du recul par rapport au dispositif afin d’en dégager les forces, faiblesses, opportunités et menaces (SWOT). Produit attendu : Dispositif de formation en EDD cohérent sur trois ans (Bachelor primaire). Remarques: Cet atelier sera animé par Alain Pache, Eva Reymond et éventuellement quelques autres collègues ayant participé à l'élaboration de ce dispositif.

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    Workshop 1.4 - La place du développement durable (DD) au niveau de la stratégie de l'institution et la concurrence entre santé – égalité – DD : l’exemple de la HEP VS

    Auf Deutsch & Französisch, präsentiert von Myriam Bouverat der PH VS

    Workshop 1.5 - Eine BNE-App setzt bei den Erfahrungen mit nachhaltigem Handeln an und möchte zur Reflexion dieser Erfahrungen anregen

    Auf Deutsch und nur per Video-Konferenz, präsentiert von Corinne Rüesch und Janine Zimmermann PH FHNW

    Diese App soll dazu anregen, einen Bogen vom individuellen Engagement zur Mitgestaltung der Gesellschaft zu schlagen und damit eine Reflexion des Umgangs mit dem Spannungsfeld von individueller und kollektiver Verantwortung ermöglichen. Ein Prototyp der App wurde mit Studierenden des Studiengangs Primarstufe und Sekundarstufe I evaluiert. Auf dieser Grundlage wollen wir die App für die Lehrer*innenaus- und Weiterbildung weiterentwickeln.

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    14:45 Sitzung 2

    Workshop 2.1 - Analyse von BNE-Unterricht anhand von zwei Fallbeispielen

    Auf Deutsch, präsentiert von Gabriele Brand PH TG

    Im Entwicklungsprojekt wurde in zwei Fallbeispielen untersucht, wie ehemalige Studierende des Moduls BNE Sek1 der PHTG BNE-Unterricht planen, durchführen und danach dessen Gelingen beurteilen. Zudem wurden sie befragt, welche Faktoren ihrer Einschätzung nach unterstützend wirken, BNE-Unterricht durchzuführen. Im Workshop werden die Ergebnisse aus den Fallanalysen präsentiert. Diskutiert werden soll, inwiefern sich diese Ergebnisse mit weiteren Erfahrungen decken und was allfällige Konsequenzen für den BNE-Unterricht an PHs sein könnten. Erwartetes Produkt: Erkenntnisse zur Weiterentwicklung des Moduls in der Ausbildung der NT-, RZG- und WAH-Sekundarlehrpersonen an der PHTG.

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    Workshop 2.2 - L’épistémologie comme moyen d’introduire la réflexion sur l’EDD auprès des étudiant·e·s de première année de formation

    Auf Französisch, präsentiert von Francine Pellaud PH FR

    Le catastrophisme éclairé (Dupuy, 2010) nous pousse à devenir les acteurs des changements. Mais de quels changements pouvons-nous être réellement responsables ? Les études sur l’éco-anxiété montrent que nous nous sentons bien démunis face aux changements climatiques, aux choix énergétiques, aux inégalités sociales ou à la diminution de la biodiversité. C’est une des raisons pour lesquelles nous avons choisi une approche plus « politique » de l’EDD. En axant notre approche de l’EDD sur la construction épistémologique des savoirs scientifiques, nous cherchons à faire que l’esprit critique soit avant tout un esprit scientifique. Ceci afin de l’éloigner du « penser par soi-même », crédo des complotistes de tous poils et ennemi de la démocratie. Notre objectif ? Permettre à toutes et tous d’avoir assez d’outils intellectuels pour contrer tous ces « marchands de doutes », comme les appelle Naomi Oreskes (2010) qui, en focalisant notre attention sur de faux problèmes, nous empêchent bien souvent de nous concentrer sur l’essentiel et d’investir notre énergie et notre temps sur les vrais problèmes auxquels nous sommes confrontés. Un changement de vision dont chacun·e d’entre nous est responsable et dans lequel nos futur·es enseignant·es ont un rôle essentiel à jouer. Cet atelier présentera les pistes que nous avons développées dans nos cours pour parvenir à ces objectifs.

    Workshop 2.3 - Une boussole de la formation pour aider à intégrer l'éducation à la durabilité dans différents cours d'une HEP

    Auf Französisch, präsentiert von Nadia Lausselet PH VD

    L’EDD peut être intégrée de diverses manières dans des formations HEP, déjà existantes ou non. L’outil présenté, validé par une série de focus-groupes avec des expert.e.s romand.e.s, propose différentes « portes d’entrées » pour réfléchir cette intégration et des pistes pour (ré-)orienter des formations de façon de plus en plus marquée vers l’EDD. Une discussion sera menée sur la limite entre ce qui constitue une « contribution à » et ce qui peut être considéré comme une formation EDD à proprement parler.

    Workshop 2.4 - Unterricht und BNE – Wirksamkeit der Ausbildung

    Auf Deutsch, präsentiert von Michael Obendrauf PH SG

    Die Annahme, dass Studierende die Prinzipien der BNE-Didaktik in höherem Mass in ihrer Schulpraxis anwenden, wenn sie sich mit BNE-Didaktik UND Aspekten von NE (wie z.B. Agenda30, NE-Modelle und -Leitstrategien, politische Instrumente) auseinandergesetzt haben, führte an der PHSG (KG/PS) zum Umbau des entsprechenden Lehrmoduls. Nach der Präsentation des Lehrmoduls wird diskutiert, ob die oben formulierte Annahme zutrifft und ob die Entwicklung eines "BNE-Selbsteinschätzungs-Tools zur Beurteilung des eigenen Unterrichts" Sinn machen kann. Erwartetes Produkt: Entwicklung eines "(Online-)Analysetools zur Einschätzung des Unterrichts, ob dieser dem aktuellen BNE-Verständnis entspricht".

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Partner

            

Organisation

Isabelle Dauner Gardiol, éducation21, Andrea Boltshauser (PH VS) und Alain Pache (PH VD). Moderation: Isabelle Bosset, éducation21

Ort

PH VS Brig, Simplonstrasse 28, Alfred Grünwaldsaal

  

Kontakt

Isabelle Dauner Gardiol
Grundlagen und Verankerung
tel +41 21 343 00 36
email