Ein gutes Zusammenleben gestalten – mit Design Thinking zu besseren Lösungen
26.01.2026
Wie können Schülerinnen und Schüler ihr Schulumfeld aktiv mitgestalten? Design Thinking bietet dafür einen einfachen, strukturierten und kreativen Weg.
Wie gelingt ein gutes Zusammenleben an unserer Schule? Mit dieser Leitfrage starteten rund 40 Teilnehmende in den Workshop «Design Thinking – gemeinsam kreative Lösungen finden» an der Impulstagung 2025. Während 70 Minuten reflektierten, diskutierten und konstruierten sie gemeinsam und präsentierten am Ende ihre Ideen. Haben Sie die Impulstagung verpasst? Kein Problem: Dieser Beitrag zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Methode Design Thinking in Ihrem Unterricht einsetzen und Ihre Schülerinnen und Schüler zu kreativen Ideen führen.
Was ist Design Thinking?
Design Thinking eröffnet in vier klaren Schritten einen kooperativen Ansatz, um komplexe Herausforderungen in Schule und Gesellschaft anzugehen. Die Methode lässt sich als doppelter Diamant darstellen und gliedert sich in einen Problemraum und einen Lösungsraum.
Bildquelle : Modul « Surroundings » vom Angebot ResponsAbilita
Problemlösung in vier Schritten
1. Problem erkunden
Wo gelingt das «gute» Zusammenleben an Ihrer Schule aktuell noch nicht? Sind es die Streitereien nach der grossen Pause, die Ihnen und den Schülerinnen und Schüler Energie rauben? Fehlt es an einem kindergerechten Schulraum, der aufs Wohlbefinden drückt? Oder kämpft die gesamte Schule gegen Vandalismus auf dem Schulhof? Fragen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler, wo der Schuh drückt. Im ersten Schritt erkunden sie in Kleingruppen (4-5 SuS) den Problemraum, sammeln Herausforderungen rund um die Leitfrage und tragen ihre Beobachtungen und Empfindungen zusammen. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und den Problemraum bewusst zu erweitern.
2. Problem definieren
Nachdem die verschiedenen Herausforderungen geteilt und diskutiert wurden, entscheidet sich jede Kleingruppe für eine konkrete Herausforderung, die sie vertieft angehen möchte. Dazu überlegen die Schülerinnen und Schüler, wer an der Situation beteiligt ist, wann sie auftritt und was sie besonders schwierig macht. Diese Überlegungen halten sie beispielsweise in einer Concept Map fest. Ziel dieses Schrittes ist es, die Herausforderungen möglichst präzise zu beschreiben und ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln.
3. Lösungen entwickeln
Jetzt wird es kreativ: Im dritten Schritt sammeln die Schülerinnen und Schüler möglichst wilde, kreative und originelle Ideen. Dafür eignen sich Methoden wie die «heisse Kartoffel» oder der «Ideenturm» (vgl. dazu BNE Design Thinking, Werkzeuge, PH Luzern). Zentral ist, dass es in dieser Phase keine «Abers» gibt. Weder Budget noch Machbarkeit spielen eine Rolle. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler ihrer Fantasie freien Lauf lassen und ungewohnte Lösungsansätze zulassen.
4. Lösung darstellen
Nach der experimentierfreudigen Phase einigt sich die Gruppe auf eine Idee, die sie konkret umsetzen möchte. Gemeinsam überlegen die Schülerinnen und Schüler, welche Lösung die beste Chance hat, realisiert zu werden. Mit diversen kreativen Materialien gestalten sie ein Prototyp, den sie ihren Klassenkameradinnen und Klassenkameraden präsentieren. Diese schlüpfen in die Rolle einer Jury, stellen kritische Fragen und prüfen die Idee auf Herz und Niere. Die beste(n) Idee(en) werden in die Realität umgesetzt.
Jetzt selbst ausprobieren!
Hat Sie die Design Thinking Methode überzeugt? Dann probieren Sie sie gleich in Ihrem Unterricht aus! Das Modul «surroundings» (Zyklus 3) von ResponsAbilita unterstützt Sie dabei, ein Lernsetting zu gestalten, das Partizipation, Kreativität und kritisches Denken fördert und so zu einem guten Zusammenleben beiträgt.
Das Praxisbeispiel «Der «No Stress Room» als Oase für alle» kann ebenfalls als Orientierung dienen.