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Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) | Das Portal

Tag der offenen Tür am Souk 2019

Am 12. Juni 2019 öffnete «Le Souk» am EHB (IFFP) in Renens VD seine Türen für die Öffentlichkeit. Mehr als 150 Lernende und ihre Ausbildner/-innen aus verschiedenen Berufen und Ausbildungszentren haben insgesamt elf innovative interdisziplinäre Projekte vorgestellt, die zu einer Nachhaltigen Entwicklung beitragen sollen, so beispielsweise:

  • «Quadraclette»: eine Maschine, mit der man mit einem Minimum an Wärmeenergie ein gutes Raclette unter Freunden geniessen kann
  • «Bracelets intelligents»: intelligente Assistenzarmbänder zur Unterstützung von Menschen mit einem Handicap in ihrem Alltag
  • «Tricycle»: ein umweltoptimiertes Verkehrsmittel für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

Die Projekte wurden im Rahmen des obligatorischen Moduls «Kollaboratives, interdisziplinäres, nachhaltiges und innovatives Arbeiten» der Ausbildung für Berufsbildner/-innen und Leitende von ÜK, Lehrwerkstätten oder Ateliers des EHB (IFFP Lausanne) realisiert. Um die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern, bestand jede Gruppe aus Ausbildner/-innen und Lernenden dreier möglichst unterschiedlicher Berufe (z.B. Elektriker/-in, Uhrmacher/-in und Schreiner/-in). Gemeinsam sollten Synergien geschaffen und ein Projekt lanciert werden, das für alle drei beteiligten Berufe sinnvoll und nachhaltig ist.
Das Ausarbeiten der Projektideen begann im Oktober 2018, die Umsetzung der Projekte konnte von den Verantwortlichen – je nach Zeit und Ressourcen – frei angegangen werden.

Die Veranstaltung vom 12. Juni 2019 diente einerseits als «Fest», an dem der Abschluss der Projekte zelebriert werden konnte. Die Besucher konnten die Produkte der Lernenden und deren Ausbildner/-innen entdecken und Fragen stellen. Andererseits evaluierten an diesem Tag vier Expert/-innen des EHB die Projekte.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Berufe und Akteur/-innen wurde in jedem einzelnen Projekt sichtbar. Die Lernenden hatten die Möglichkeit, Einblicke in andere Branchen zu erhalten, ihre Fähigkeiten auszuschöpfen und gemeinsam etwas zu entwickeln. Die Ausbildner/-innen betonten mehrmals, wie motiviert die Lernenden an die Projekte herangingen und wie intensiv sie sich auch mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzten. Auch im nächsten Jahr wird «Le Souk» wieder durchgeführt und uns sicherlich mit vielen neuen, interessanten und innovativen Projekten überraschen.  

Unten stellen wir eine Auswahl von Projekten vor, die im Rahmen des SOUK 2019 entstanden sind.

Titel
 
Le SOUK 2019
  
Zielgruppen Berufsbildner/-innen und Leitende von ÜK, Lehrwerkstätten oder Ateliers sowie Lernende
 
Ziele - Realisierung von kollaborativen, interdisziplinären, nachhaltigen und innovativen Projekten
- interdisziplinäre Zusammenarbeit: Synergien zwischen den verschiedenen Berufen schaffen
- Begriff «Nachhaltigkeit» kennenlernen und in einem Projekt umsetzen können
 
Kontakt

Nicolas Rebord, Verantwortlicher Studienrichtung CFP
Nicolas.Rebord@iffp.swiss 

Ana Albornoz, Verantwortliche regionale Ausbildung
ana.albornoz@iffp.swiss

Bracelets intelligents

Im Projekt «Bracelets intelligents» haben Lernende und Ausbildner/-innen der Bereiche Automatik, Hauswirtschaft und Schmuckbranche zusammengearbeitet und verschiedene Prototypen von Armbändern entwickelt, die nicht nur schön aussehen, sondern Leuten mit einem Handicap im Alltag helfen: Eines der Armbänder erinnert beispielsweise durch Vibrieren an die Medikamenteneinnahme, ein anderes weist Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung auf Hindernisse hin.

Kontakt

Thierry Perret, Cifom Ecole Technique

tpr@rpn.ch

DDPack

Das Projekt «DDPACK» (Développment Durable PACKaging) wurde von den Berufslehren Kauffrau/Kaufmann, Elektroniker/-in und Detailhandelsfachfrau/-mann realisiert. Es hatte zum Ziel, einen Reflexionsworkshop für andere Lernende und Schüler/-innen zu entwickeln, um sie für die Bedeutung einer Nachhaltigen Entwicklung zu sensibilisieren. Die Lernenden arbeiteten während fünf Monaten am Projekt, recherchierten Informationen zum Thema Nachhaltige Entwicklung, erstellten eine Webseite, konzipierten den Workshop und stellten diesen ihren Ausbildner/-innen vor. 

Tricycle

«2 Räder sind gut, 3 Räder sind besser, motorisiert ist stilvoller.» Dieses Motto verfolgten die Lernenden, die mit dem «Tricycle» ein ökologisches Verkehrsmittel für Menschen mit geringer Mobilitätseinschränkung entwarfen. Das sogenannte VelH2O besteht fast ausschliesslich aus recycelten Materialien (Teile von einem alten Scooter, einem Dreirad u.a.). Der Antrieb erfolgt mit Hilfe von Wasserdampf, der wiederverwendet wird: Der Dampf wird aufgefangen und der Tank mit dem Wasser neu gefüllt. Der Sitz des Fahrzeuges wurde speziell für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gebaut und verfügt sogar über eine Sitzheizung.
Die über 40 beteiligten Lernenden aus den Bereichen Automobiltechnik, KV und Sanitärinstallation können sich gut vorstellen, das VelH2O an ein Krankenhaus oder an ein Heim weiterzugeben, damit die Leute dort im Garten umherfahren können.

Kontakt

Stéphanie Meylan, Centre de formation professionnelle spécialisée (CFPS), Le Repuis

stephanie.meylan@lerepuis.ch

 

Quadraclette

Das «Quadraclette» ist eine Maschine, mit der man mit einem Minimum an Wärmeenergie ein gutes Raclette für eine grössere Personenzahl zubereiten kann. Köche/Köchinnen, Logistiker/-innen und Automobilmechatroniker/-innen realisierten gemeinsam mit ihren Ausbildner/-innen dieses innovative Projekt – und bewirteten am «Le Souk» in einer Stunde gut 45 Personen.

Zum Praxisbeispiel

CHEWING-GUMS PROJECT

Das CFPPC in Genf sagt den achtlos auf den Boden geworfenen Kaugummis den Kampf an. Das CHEWING-GUMS PROJECT und die damit entstandene Kampagne soll nicht nur die Lernenden, sondern in einem zweiten Schritt auch die Bewohner/innen der Stadt Genf sensibilisieren: Kaugummis werden von den Strassen entfernt und in eigens dafür aufgestellten Behältern gesammelt. Künftig sollen sie sogar wiederverwendet werden – etwa als Stift, Massstab oder Schuhsohle.

Zum Praxisbeispiel

Kontakt

Stéphanie Auger, Centre de formation professionnelle à la pratique commerciale (CFPPC), Genève

Stephanie.Auger@edu.ge.ch

Kontakt

Barbara Meili
tel +41 31 321 00 63
email