Warum braucht es Bildungslandschaften?

 

Mehrwert für Schulen, Gemeinden und Regionen

Stärkung bestehender Angebote
Jede Bildungslandschaft ist ein Unikat. Sie stellt die spezifischen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen einer Schule, Gemeinde oder Region in den Mittelpunkt. Eine Bildungslandschaft macht bereits vorhandene Angebote und Kooperationen besser sichtbar und verknüpft sie miteinander; und wo Lücken bestehen, werden diese mit gezielten Massnahmen geschlossen. Indem alle Beteiligten eng zusammenarbeiten, steigert ein solches Netzwerk die Qualität der Bildung. Diese wird zum Standortvorteil und stärkt Schulen, Gemeinden oder Regionen.

Förderung einer nachhaltigen Entwicklung
Die systematische Zusammenarbeit aller Bildungsakteure richtet sich an gemeinsamen Zielen aus: Chancengerechtigkeit und die Förderung zukunftsfähiger Kompetenzen. Die Zusammenarbeit in einem bestimmten Raum – Schule, Gemeinde oder Region – unterstützt die Erreichung dieser Ziele und fördert die Nachhaltigkeit. Die Begleitstudie des IBB (2019)1 stellte eine erhöhte Partizipation der lokalen Bevölkerung in den Bildungslandschaften fest. Die Kinder und Jugendlichen von heute gestalten später im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung ihr Umfeld mit.

Verbesserung des lokalen Bildungssystems
Umfassende Bildung beschränkt sich nicht auf die Schule, sondern wird vom ganzen Gemeinwesen ermöglicht und getragen. Alle Akteure arbeiten für gemeinsame Ziele zusammen und gewährleisten eine enge und gezielte Vernetzung von Praxis, Politik und Verwaltung. Dieser Perspektivenwechsel und die Strukturveränderung erhöhen die Qualität des gesamten lokalen Bildungssystems.

Umfassende Bildung
Bildung bedeutet nicht nur Wissenserwerb von Kindern und Jugendlichen, sondern vor allem die Entfaltung des individuellen Potenzials und die Förderung ihrer Kompetenzen. All dies wird nicht nur in der formalen, schulischen Bildung vermit-telt, sondern auch durch non-formale Angebote in Vereinen und Organisationen sowie beim täglichen, informellen Lernen in der Familie oder unter Freunden. Die enge Zusammenarbeit aller Bildungsakteure ermöglicht eine umfassende Bildung.

Mehrwert für Kinder und Jugendliche

Stärkung der Chancengerechtigkeit
Gemäss IBB-Studie (2019) sind bestehende Bildungsangebote in Bildungsland-schaften besser aufeinander abgestimmt und neue Angebote können bestehende Lücken schliessen. Die Angebote sind sichtbarer, wodurch sie von Kindern, Jugendlichen und Eltern besser genutzt werden. Der Zugang zu chancengerechter Bildung wird damit gestärkt.

Entwicklung von Zukunftskompetenzen
Mit Bildung für Nachhaltige Entwicklung werden zentrale Kompetenzen aufgebaut, die für die Bewältigung der künftigen Herausforderungen nötig sind. In einem solchen Bildungsumfeld können Kinder und Jugendliche optimal zu selbstbestimmten, kreativen Menschen mit Gestaltungskompetenz und Gemeinsinn reifen und sich an der Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft beteiligen.

Bewältigung der kritischen Übergänge
Akteure aller Bildungsstufen arbeiten Hand in Hand auf gemeinsame Ziele ausgerichtet. Sie achten bewusst darauf, dass den Kindern und Jugendlichen der Übergang von einer Stufe zur nächsten gelingt. Indem sie diese Übergänge sorgfältig gestalten und begleiten, erleichtern sie den Kindern und Jugendlichen eine lückenlose Bildungsbiografie.

Frühzeitige Integration benachteiligter Kinder
Vorschulische Lernorte wie Kitas oder Spielgruppen erleichtern Kindern einen erfolgreichen Schuleintritt. Wenn die unterschiedlichen Akteure in der Bildungskette eng zusammenarbeiten, können Kinder mit schwierigen Startbedingungen bereits vor dem Schuleintritt erreicht werden. Für Kinder, Jugendliche und Eltern mit Migrationshintergrund stellen Bildungslandschaften gezielte Integrationsangebote bereit (IBB 2019).

Mehrwert für Bildungsakteure

Förderung des schulischen und ausserschulischen Lernens
Kinder und Jugendliche benötigen nicht nur Grundwissen und fachspezifische Qualifikationen, sondern auch soziale und emotionale Kompetenzen – nur so können sie später im gesellschaftlichen und beruflichen Umfeld bestehen. Eine Bildungslandschaft, die gezielt ausserschulische Angebote fördert, in denen sich Kinder und Jugendliche soziale und emotionale Fähigkeiten aneignen, kommt auch der Schule wieder zugute.

Entlastung der Lehrpersonen
Lehrpersonen müssen immer mehr und neue Aufgaben erfüllen. Ein koordiniertes und systematisches Netzwerk unterstützt die Lehrpersonen, indem ausserschulische Bildungsangebote miteinbezogen und zugänglicher gemacht werden. Laut IBB (2019) verbesserte sich sowohl die Kooperation von schulischen und ausserschulischen Akteuren sowie die Nutzung von Synergieeffekten. Somit erlernen Kinder und Jugendliche wichtige Kompetenzen auch ausserhalb der Schule und ihre Bildungschancen werden erhöht: Dies entlastet die Schule und damit Lehrpersonen.

1  Huber, S. G. et al (2019): Zusammenarbeit und Bildungsangebote in Bildungsnetzwerken - Entwick-lungen, Nutzen und Gelingensbedingungen. Kurzversion des Abschlussberichts zur Forschungs- und Evaluationsstudie des Programms «Bildungslandschaften Schweiz» (unterstützt durch die Jacobs Foundation). Zug: PH Zug. IBB Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie.

Kontakt

Lea Steinle
Projektleiterin
éducation21
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