Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) | Das Portal

Netzwerk BNE der Dozierenden

Zweisprachiges Treffen Deutsch/Französisch

Bildung für nachhaltige Entwicklung lehren: von der Argumentation zur Umsetzung

Konferenzen – Praxisbeispiele - Diskussionen

Freitag 4. Dezember 2020 │ 9:00-15:20 | on-line

Wie können (angehende) Lehrpersonen ihr Wissen mobilisieren und eine Argumentation aufbauen, um ihre Schüler/innen für ein Anliegen zu sensibilisieren? Anhand der Präsentationen im Plenum durch Experten und Expertinnen aus den Bereichen der Bildung und der kontroversen Themen, sowie partizipativen Workshops, werden wir darüber diskutieren, wie wir unsere Studierenden beim Aufbau ihres eigenen Diskurses unterstützen und sie so auf einen Unterricht im Sinne von BNE vorbereiten können.

Programm
Vorträge
Runder Tisch
Workshops
  • 09.00Eintreffen und Kaffee
    09.15Begrüssung und Ablauf
    09.25Bildung zum Zustand der Erde: zwischen epistemologischer Kultur, komplexem Denken und Bildung zur Uneinigkeit
    Dr. Richard-Emmanuel Eastes, HES-SO, Verantwortlicher für die Unterstützung der Bildung
    10.00

    Pause

    10.15

    Bildung zur Nachhaltigkeit: die Rolle der Schule und des Unterrichts für die Förderung von einer wirksamen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
    Prof. Dr. Kai Niebert, Uni ZH, Professor für Science and Sustainability Education

    10.50
     

    Runder Tisch mit drei Gästen, experimentierte BNE Dozierende:
    - Prof. Francine Pellaud, PH FR
    - Prof. Ursula Wunder Novotny, PH Sankt Gallen
    - Dr. Daniel Curnier, Lehrer der Sek II Stufe

    11.30

    Abschlussworte des Morgens

    11.40

    Mittagspause

    14.00

    Workshops der Teilnehmenden:

    1.1 Umweltidentität entwicklen | Deutsch | Florian Rietz und Désirée Büchel, PH Sankt Gallen

    1.2 La communauté de pratique comme dispositif pour aborder la complexité en classe primaire | français | Bertrand Gremaud et. al., HEP Fribourg

    1.3 BNE vor Ort - Wer ist Landwirtschaft | Deutsch | Markus Wilhelm, PH Luzern

    14.30

    Wechsel in 2. Workshop

    14.40

    2.1 Global Issues Teaching - Neue Wege im Zeitalter des Post-Anthropozäns | Deutsch | Brigitte Kürsteiner, Stefanie Rinaldi, PH Luzern

    2.2 Pourquoi nous pensons ce que nous pensons? Jeux de discussion pour développer une opinion | français | F. Pellaud, HEP Fribourg, R.-E. Eastes HES-SO

    2.3 Lernreihe zum Bilderbuch "Du bist nicht allein, kleiner Aletschfloh" | Deutsch | Andrea Boltshauser, PH Wallis

    15.10

    Schlusswort in jedem Workshop

    15.20Ende
     



  • Prof. Dr. Richard-Emmanuel Eastes

    Bildung zum Zustand der Erde: zwischen epistemologischer Kultur, komplexem Denken und Bildung zur Uneinigkeit

    In einer demokratischen Gesellschaft setzt die Umsetzung eines ökologischen Wandels voraus, dass sich die Gesellschaft darüber einigt was der Startpunkt, der Endpunkt und der beste Weg die beiden zu vereinen, sind. In einer perfekten Welt scheinen die Dinge einfach: die Wissenschaft sagt wo der Startpunkt liegt, die gesellschaftlichen Wünsche setzen den Endpunkt und die Politische Arbeit zeigt den Weg den es zu verfolgen gibt. Leider zeigt uns das Fortbestehen vieler Varianten des Klimaskeptizismus, dass es schon schwierig ist, sich über den Startpunkt zu einigen, obwohl von den drei Vorantreibern, die Wissenschaft am ehesten in der Lage ist, eine auf objektiven Daten basierende Position einzunehmen.

    Zur Präsentation

    Richard-Emmanuel Eastes ist ausserordentlicher Professor für Chemie, Doktor der Erziehungswissenschaft und Philosophie. Er war Rektor der PH-BEJUNE und ist zurzeit verantwortlich des Unterstützungsdienstes für akademische und pädagogische Entwicklung (SADAP) an der FH Westschweiz (HEP-SO) und widmet sich der pädagogischen Begleitung der Professorenschaft. Gleichzeitig ist er assoziiertes Mitglied des "Laboratoire d'Etude des Sciences et des Techniques (STS Lab)" der Fakultät für Sozial- und Politikwissenschaften der Universität Lausanne (UNIL) und leitet das Bildungs- und Beratungsunternehmen Segallis. Er hat zahlreiche Artikel und Bücher über Pädagogik, sowie über Wissenschaft und deren Kommunikation und Beziehung zur Gesellschaft geschrieben und animiert ein Videosender der sich diesen Problematiken widmet: www.savoirs-en-societe.ch.

    Zum weiterlesen:

    Les trois parenthèses enchantées de la chimie sur terre

    Plaidoyer pour une éducation à la condition terrestre

    Apprendre à construire le désaccord pour réinventer le dialogue sociétal

    Futurs possibles, blog de l'UNIL


    Prof. Dr. Kai Niebert

    Bildung für Nachhaltigkeit: die Rolle der Schule und des Unterrichts zur Förderung einer wirksamen Bildung zur nachhaltigen Entwicklung

    Bildung für Nachhaltigkeit ist durch die Verabschiedung der Globalen Entwicklungsziele (SDGs), die Verankerung der Nachhaltigkeit in der Schweizer Bundesverfassung und die Forderung nach einer Förderung der vertieften Gesellschaftsreife in den Maturitätsreglementen von einer Option zur Pflicht in Bildung und Unterricht geworden. Im Vortrag wird Evidenz zur Wirksamkeit von Schulprogrammen zur Förderung einer Bildung für Nachhaltigkeit ausgewertet und Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Schule und Unterricht gezogen. Aus Perspektive der naturwissenschaftlichen Fachdidaktik werden darüber hinaus konkrete Ansätze zur Förderung von Nachhaltigkeit im Unterricht diskutiert.

    Zur Präsentation

    Zum Artikel erschienen in PRISE: "Lessons learned from COVID 19: Why Sustainability Education needs to Become Political"

    Kai Niebert ist Nachhaltigkeitsforscher und Professor für Didaktik der Naturwissenschaften an der Universität Zürich. Im Jahr 2012 wurde er auf den Lehrstuhl für Naturwissenschaftsdidaktik an der Leuphana Universität in Lüneburg berufen, wo er weiterhin als Gastprofessor lehrt. Für seine Lehr und Forschung wurde er mehrfach ausgezeichnet. 2019 war Kai Mitglied der Kohlekommission der deutschen Bundesregierung, derzeit berät er die deutsche Bundesregierung in der Zukunftskommission Landwirtschaft und im Bioökonomierat. Seine Forschungsschwerpunkte sind Umwelt- und Nachhaltigkeitserziehung und Klimawandel.

  • Zusammenfassung des Gesprächs

    Die Panelistinnen und der Panelist

    Francine Pellaud

    Francine Pellaud ist Doktor in Erziehungswissenschaften und Professorin an der Pädagogischen Hochschule Fribourg, wo sie Epistemologie der Wissenschaft und Bildung für nachhaltige Entwicklung lehrt. Sie ist Gründungsmitglied des Vereins Les Atomes crochus dessen Ziel es ist, die Wissenschaft in Kunst und Genuss umzuwandeln, und der Arbeitsgruppe Traces, die über die Zusammenhänge zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft arbeitet. Im europäischen Projekt Engage war Sie für die Schweiz zuständig; das Projekt hat dazu geführt «Pfannenfertige» interdisziplinäre Ressourcen für Schüler/innen der Sek I und II zu erstellen. Nun widmet Sie sich der Erarbeitung von interdisziplinären Ressourcen die dazu führen BNE Kompetenzen zu evaluieren. Ihre bevorzugten Forschungsgebiete sind die Entwicklung des komplexen Denkens und die Kompetenzevaluierung.

    Publikationen:

    Le blog de Francine Pellaud dans le temps

    Le développement durable en crise climatique

    Diemer, A., Ndiaye, A., Khushik F., & Pellaud, F. (2019). Environmental education to education for sustainable development : challenges and issues. International Journal of Humanities and Social Science, 9(1), 1-14

    Pellaud, F., Bassin, M., Blandenier, G., Massiot, P. (2019). La pédagogie par projet en éducation en vue d'un développement durable pour développer des compétences transdisciplinaires. In Darbellay, F., Louviot, M., Moody, Z. (sous la direction de), L’interdisciplinarité à l’école, succès, résistance, diversité (pp. 231-251). Neuchâtel. Editions Alphil

    Ursula Wunder Novotny

    Ursula Wunder Novotny ist Dozentin NMG am Institut Fachdidaktik Naturwissenschaften der PH Sankt Gallen, sowie Lernberaterin am Regionaldidaktischen Zentrum Sargans. Gleichzeitig ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Naturwissenschaften (IFN) und seit 2017 Regionalvertreterin von GLOBE Ostschweiz. Ausserdem schreibt sie monatlich Beiträge für die kantonale Schulzeitschrift im Rahmen der Umweltbildungsstelle und für den Newsletter éducation21. Sie ist Mitglied des Verbandes Fachdidaktik Naturwissenschaften Schweiz (Dinat) und der Arbeitsgruppe BNE swissuniversities.

    Daniel Curnier

    Daniel Curnier ist Geographielehrer und Doktor der Umweltwissenschaften der Universität Lausanne. Im Jahr 2017 verteidigte er eine Dissertation mit dem Titel «Welche Rolle für Schulen im ökologischen Wandel? Skizze einer politischen, ökologischen und prospektiven Soziologie des vorgeschriebenen Lehrplans». Von 2012 bis 2017 war er Mitglied des internationalen Forschungslabors für Bildung für nachhaltige Entwicklung an der PH VD.  Seit 2019 koordiniert er die "Plattform für Nachhaltigkeit" der DGEP (Generaldirektion für Postobligatorische Bildung) im Kanton Waadt und seit April 2020 ergänzt er das Referat Nachhaltigkeit des Kantons Waadt, indem er sein Fachwissen über pädagogische Inhalte mit einer starken Nachhaltigkeitsperspektive und über die Entwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung einbringt.

    Publikationen:

    Curnier, D. (2017). Quel rôle pour l’école dans la transition écologique? Esquisse d’une sociologie politique, environnementale et prospective du curriculum prescrit. (Thèse de doctorat). Université de Lausanne, Faculté des géosciences et de l’environnement, Lausanne, Suisse.

    Curnier, D. (2017). Éducation et durabilité forte : considérations sur les fondements et les finalités de l’institution. La Pensée écologique, 1(1).

  • Die Workshops haben in der Sprache der jeweiligen Verantwortlichen statt gefunden

    14:00 Workshops 1.1 bis 1.3

    1.1 Umweltidentität entwickeln

    Ziel ist die Förderung der Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern in der Maturitätsphase, sich selbst im komplexen System unserer Umwelt zu verorten und dabei verschiedene Sichtweisen auf aktuelle Umweltthemen kennenzulernen. Hierbei sollen unterschiedliche Perspektiven auf das Themengebiet eingenommen, abgegrenzt, verglichen und für sich selbst beurteilt werden können. Die Auseinandersetzung mit den Themen findet bei den Schülerinnen und Schüler in einer wichtigen Phase der Persönlichkeitsentwicklung statt, in der Identität ausgebildet und ausprobiert wird. Entwickelt werden dabei Kompetenzen, die in beliebige Themenfelder übertragen und dort eingesetzt werden können (Recherchefähigkeit; Perspektiventwicklung; Differenzierung eines komplexen Themas; Selbstverortung). Mittel dazu ist u. a. die Weiterbildung von engagierten Lehrerinnen und Lehrern an Kantonsschulen. Die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler sowie die theoretischen, didaktischen und methodischen Überlegungen werden in einem Lehrmittel zusammengeführt.

    Präsentiert von Florian Rietz und Desiree Büchel, PH Sankt Gallen

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    Zum Artikel erschienen in PRISE: "Gemeinsam Perspektiven auf unsere Umwelt entdecken lernen"

    1.2. La communauté de pratique comme dispositif pour aborder la complexité en classe primaire

    Dans le cadre de l’unité de recherche Enseignement et apprentissage des sciences de la HEP Fribourg (EADS), plusieurs formateurs et formatrices travaillent dans le domaine des recherches collaboratives avec des enseignants du primaire afin de développer leurs compétences professionnelles en EDD. C'est autour du concept d’objet frontière que se sont inscrits la formation continue des enseignants, le développement de ressources didactiques et le développement des recherches en didactique SHS/SN dans une perspective EDD avec un intérêt particulier porté au niveau du développement de compétences citoyennes des élèves.

    Nous proposons un atelier à plusieurs voix autour de ces axes avec la présentation d’une communauté de pratique menée dans un établissement regroupant des enseignants des cycles 1 et 2, des mises en œuvre en classe et quelques résultats d’analyses exploratoires au niveau de la recherche.

    Présenté par Bertrand Gremaud, Justine Letouzey-Pasquier, Alexandre Mauron, Stéphane Jenny HEP Fribourg

    Voir la présentation

    1.3 BNE vor Ort – Wer ist Landwirtschaft

    Das Projekt «BNE vor Ort – Wer ist Landwirtschaft?» ermöglicht Dozierenden, Wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Studierenden der PH Luzern (und darüber hinaus) ein geschärftes Verständnis von BNE am ausserschulischen Lernort im Sinne eines «Reallabors» zu erlangen, um wirksame Lernmaterialien für die jeweiligen Zielgruppen erstellen bzw. qualitätsvolle Lernmaterialien beurteilen zu können.
    Produkte: wissenschaftlich fundierte und empirisch erprobte Lerneinheiten; Handreichung für das Erstellen von Lernmaterialien zu BNE vor Ort für Studierende, Lehrpersonen, Dozierende; Grundsatzpapier BNE an Lehrpersonenbildungsinstitutionen.

    Präsentiert von Markus Wilhelm PH Luzern

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    Zum Artikel erschienen in PRISE:"Bildung in Nachhaltiger Entwicklung am Reallabor"

    14:40 Workshops 2.1 bis 2.3

    2.1 Global Issues Teaching - neue Wege im Zeitalter des Post-Anthropozäns Didaktisch-Methodisches Konzept

    Die Lebensbedingungen für Menschen und nicht-humane Lebewesen im 21. Jahrhundert unterscheiden sich in mancher Hinsicht von denjenigen des 20. Jahrhunderts. Die planetaren Krisen, allen voran die ökologische, der beschleunigte, globalisierte Kapitalismus sowie Phänomene, die unter dem Term 'Anthropozän' subsumiert werden können, sind symptomatisch für diese fundamentalen Veränderungen.
    In Bezug auf das Unterrichten dieser Themen in unseren obligatorischen und nachobligatorischen Schulen stellt sich die Frage, ob es grundlegende Veränderungen in Bezug auf Inhalte sowie didaktische und methodische Zugänge braucht. Sind die herkömmlichen Herangehensweisen, die historisch aus der Umweltbildung, der Bildung für Entwicklung sowie der auf Friedenspädagogik fokussierten Globalen Bildung basieren, noch zeitgemäß? Wenn nein, welche anderen, neuen Konzepte und Zugänge existieren, um die junge Generation auf diese Herausforderungen vorzubereiten?
    In unserem Input erläutern wir, wie posthumane und post-anthropozentrische Theorien zur Entwicklung neuer didaktischer und methodischer Ansätze im Rahmen des Global Issues Teaching beitragen können. Zudem werden wir zeigen, dass Global Issues Teaching sich vom bisherigen Globalen Lernen in der Zielsetzung und der Herangehensweise an globale Themen unterscheidet.

    Präsentiert von Brigitte Kürsteiner und Stefanie Rinaldi PH Luzern

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    2.2 Pourquoi nous pensons ce que nous pensons ? - Jeux de discussion pour développer une opinion

    Les jeux de discussion : un outil de délibération au service de la construction de l'opinion. Le jeu que nous vous proposerons de découvrir peut être adapté tant à la fin du cycle 2 que dans la formation des enseignants, en passant par le secondaire 1 et 2. Partant d'une approche scientifique de questions d'actualités, il conduit les participant.e.s à faire part de leurs opinions, de leurs croyances ou valeurs. Loin du débat stérile cherchant à convaincre l'autre, ce jeu permet de mieux comprendre "pourquoi nous pensons ce que nous pensons".

    Présenté par Francine Pellaud, HEP Fribourg, et Richard-Emmanuel Eastes, HES-SO

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    2.3 Lernreihe zum Bilderbuch "Du bist nicht allein, kleiner Aletschfloh"

    Das Bilderbuch «Du bist nicht allein, kleiner Aletschfloh» thematisiert den Klimawandel in den Alpen. Passend zum Buch wurden Unterrichtsunterlagen für die Primarstufe 1H - 4H entwickelt. Damit das komplexe Thema Klimawandel auf dieser Stufe vermittelt werden kann, wird mit dem didaktischen Konzept der BNE gearbeitet. Die Lernreihe wurde in verschiedenen Klassen erprobt und optimiert. Im Workshop kann der Entwicklungsprozess und das Produkt der Lernreihe präsentiert werden. Das Projekt wurde im Auftrag des UNESCO-Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch (SAJA) von der Pädagogischen Hochschule Wallis (PH-VS) ausgeführt.

    Präsentiert von Andrea Boltshauser PH Wallis

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Partner

            

Organisation

Isabelle Dauner Gardiol, éducation21, in Zusammenarbeit mit Francine Pellaud PH FR und Nicolas Robin PH SG

Moderation: Urs Kocher, SUPSI DFA

 

  

Kontakt

Isabelle Dauner Gardiol
Grundlagen und Verankerung
tel +41 21 343 00 36
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